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18. Februar: Keinen Meter dem „III. Weg“!

Kein Fußbreit den Faschisten in Würzburg!
Sonntag, 18. Februar 2017 | 13.30 Uhr | Würzburg, Marktplatz

Aufruf der AJA Nürnberg: Für den 18. Februar mobilisiert die Nazipartei „Der III. Weg“ bundesweit zu einem „Gedenkmarsch“ nach Würzburg. Dieser soll anlässlich der Bombardierung Dresdens am 13.02.1945 in Zukunft jährlich stattfinden. Gewohnt widerlich versucht die Nachfolgeorganisation des verbotenen Freien Netz Süd (FNS) hierbei an den Opfermythos eines unschuldigen Nazi-Deutschlands anzuknüpfen. Sie propagieren dabei falsche Todeszahlen und verwenden den abscheulichen Begriff des „Bombenholocaust“. Dieser Geschichtsrevisionismus setzt die industrielle Tötung von sechs Millionen Menschen gleich mit Kriegshandlungen, die das Ziel hatten den deutschen Faschismus zu beenden. Genauso wie Dresden war auch Würzburg keine unschuldige Stadt.

Solche „Gedenkmärsche“ der Nazis kennen wir bereits beispielsweise aus Dresden und Magdeburg. In Dresden versammelten sich früher zu diesem Anlass bis zu 5.000 Nazis. Dass dem nicht mehr so ist, ist auf andauerndes antifaschistisches und radikales Engagement und Blockaden zurückzuführen. Wir dürfen nicht zulassen, dass der diesjährige Aufmarsch für die Nazis zum Erfolg wird. Denn der „III. Weg“ ist brandgefährlich. Sie beziehen sich ideologisch direkt auf den historischen Nationalsozialismus. Antisemitismus und Rassismus sind zentral für ihre Hetze. Gerade jetzt wo rechten Stammtischparolen täglich Taten folgen, dürfen wir den Nazis keinen Raum für eine Machtdemonstration geben.

Die AJA Nürnberg ruft zu Zugtreffpunkten aus der Region auf, um gemeinsam nach Würzburg zu fahren
11.30 Uhr: Nürnberg Hbf, Mittelhalle
10.45 Uhr: Erlangen Hbf

Weitere Infos:
AJA Nürnberg
Würzburg lebt Respekt – Kein Platz für Rassismus

Am 10. Februar: Gemeinsam gegen Pegida – Gemeinsam für eine offene Gesellschaft

Wir schließen uns dem Aufruf des Fürther Bündnis gegen Rechts an und rufen für Freitag zu Protesten gegen Pegida in Fürth auf!
Freitag, 10. Februar | 18.30 Uhr | Fürth, Rathaus | Kundgebung gegen den rassistischen Pegida-Aufmarsch

Im Anschluss unter anderem: Veranstaltung und Diskussion zur NATO-Sicherheitskonferenz in München im Infoladen Benario

Internationale Solidarität statt Nationalismus!

Am 10.02. wird es wieder mitten in Fürth einen Pegida Aufmarsch geben. Durch die Politik von US-Präsident Trump, fühlen sich die Rassisten auch hier im Aufwind. Jeden Tag aufs Neue macht dieser deutlich, dass es sich bei seinem rassistischen und chauvinistischen Wahlkampf nicht um leere Ankündigungen gehandelt hat. Dort gibt es nun immer neue rassistische Dekrete, wie die Mauer zwischen USA und Mexiko um die Einreise von lateinamerikanischen Migranten zu verhindern oder das Einreiseverbot für Muslime aus sieben Ländern. Von hiesigen Neonazis und Rassisten gibt es dafür Applaus.

Diese Dekrete werden von regierenden Politikern aus Europa und Deutschland zurecht als rassistisch kritisiert. Solange die gleichen Politiker jedoch anstatt die Fluchtursachen zu bekämpfen, die EU immer weiter zur Festung Europa ausbauen und viele europäische Staaten – auch Deutschland – ihr Asylrecht fast zur Unkenntlichkeit verstümmeln ist diese Kritik scheinheilig. Für Flüchtlinge die hier Schutz vor Verfolgung suchen, sind die europäischen Außengrenzen kaum mehr zu überwinden. Das Mittelmeer ist hier die „natürliche“ Mauer und gleichzeitig ein Massengrab geworden. Über 5.000 Menschen sind im vergangenen Jahr bei dem Versuch ums Leben gekommen, über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen. Ein gesetzliches Einreiseverbot wie in den USA braucht es gar nicht – das ist hier in der Realität schon längst vorhanden.

Ist dies schon schlimm genug, finden parallel seit einigen Wochen Abschiebungen von Flüchtlingen nach Afghanistan statt. Ungeachtet dessen, dass sich in dem Land täglich militärische Auseinandersetzungen und Bombenanschläge auf Zivilisten mit mehreren Toten ereignen, erklärte die Bundesregierung einige Regionen Afghanistans als sicher. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verteidigt diese todbringende Entscheidung mit den zynischen Worten: „Wir muten unseren eigenen Soldaten zu, dort im Einsatz zu sein, dann ist es auch zumutbar, dass Menschen in ihre Heimat dorthin zurückkehren.“

Dies alles sind für uns gute Gründe nicht nur auf den Rassismus in den USA zu schimpfen, sondern hier vor Ort gegen rassistische Gesetze, Abschiebepraktiken und einen gesellschaftlichen Rechtsruck aktiv zu werden. Am 10. Februar wollen wir gegen einen erneuten Aufmarsch der Rassisten von Pegida in Fürth demonstrieren. Wir wollen keine Ausgrenzung von Minderheiten, Flüchtlingen und Andersdenkenden. Wir wollen dieser menschenverachtenden Propaganda in Fürth keinen Platz geben. Gemeinsam mit Geflüchteten wollen wir ein Zeichen gegen die Abschottung unsere Gesellschaft und die quasi-Abschaffung des Asylrechts setzen. Wir halten der zunehmenden nationalistischen Stimmung unsere internationale Solidarität entgegen. Diese kann keine Frage der Hautfarbe, Sexualität oder des Geschlechts sein! „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Dieses Grundrecht gilt es zu verteidigen!

Und danach:
Ab 19.30 Uhr Königstr. vor dem Eine-Welt-Laden: Begegnungscafe/Kundgebung
Ab 20.00 Uhr im Infoladen Benario: Veranstaltung zu den Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz

Veranstaltung: Schweden zwischen „Wohlfahrtsstaat“ und der kapitalistischen Verelendung in der Gegenwart

Veranstaltung & Diskussion
Freitag, 03. Februar 2017 – 20:00 – Infoladen Benario, Nürnberger Str. 82, 90763 Fürth

Antifa SchwedenSchweden gilt auch heutzutage oft als ein fortschrittliches und tolerantes Land mit hohen Lebensstandards, sozialer Sicherheit und einem starken Wohlfahrtsstaat. Mag dies in den 60er und 70er Jahren gestimmt haben, so hat sich die Situation weiter Teile der Bevölkerung in Schweden drastisch verändert. Sozialer Kahlschlag und die Verschlechterung im Gesundheits- und Bildungssystem sind spürbar im kapitalistischen Alltag. Reaktionäre Kräfte nutzen die Verelendung der Menschen und breiten sich aus. Gleichzeitig sind linke Bewegungen gelähmt und scheinbar ohne Antworten. Trotzdem lohnt es sich die Geschichte der schwedischen Kämpfe für eine bessere Gesellschaft näher zu betrachten. Außerdem wird im Vortrag die aktuelle, politische Gemengelage näher beleuchtet.

DEZ09: Der Staat sieht rot: Kommunistenverfolgung und Rehabilitierung der Nazis in der Bundesrepublik

Veranstaltung und Diskussion mit Siegfried Imholz | 09. Dezember 2016, 20:00 Uhr | Infoladen Benario, Nürnberger Str. 82, 90763 Fürth

KPDVerbotVor 60 Jahren, am 17. August 1956 wurde die Kommunistische Partei Deutschlands verboten. Das war der vorläufige Höhepunkt der schon seit 1946 wieder einsetzenden Verfolgung der Kommunisten in der Bundesrepublik. Von 1951 bis 1968 wurden 125 000 Ermittlungsverfahren gegen Kommunisten eingeleitet, über 7 000 zu Haftstrafen verurteilt und 80 Organisationen verboten, die als von der KPD gelenkt galten. „Die Zahl der zwischen 1951 und 1968 gefällten Urteile gegen Kommunisten lag fast siebenmal so hoch wie die gegen NS-Täter – obwohl die Nazis Millionen Menschen ermordet hatten“ (Jan Korte, Die Linke im Bundestag am 11.11.2010). Das Verbot der KPD war ein wirksames Mittel, die „einzige politische Gruppierung von Relevanz mundtot zu machen, die […] aus der NS-Belastung eines Beamten oder Richters dessen mangelnde Eignung ableitete“ (Domenik Rigoll 2013). Bereits 1951 verkündete die niedersächsische Landtagsabgeordnete Maria Meyer-Sevenich (SPD) den gemeinsamen Nenner der „Nachkriegsdemokraten“ von CDU, SPD und FDP: „Die Entnazifizierung ist nichts anderes als ein Mittel zur Bolschewisierung des westdeutschen Raumes.“
Mit diesem Verbot wurden Antikommunismus und Totalitarismustheorie zur rechtlich normierten Staatsdoktrin der Bundesrepublik. Mit einem simplen Rot = Braun wurde mit dem vernichteten Braun auch Rot, das diesen Untergang maßgeblich herbeigeführt hatte, als ein verbrecherisches Unternehmen entsorgt. Die Bundesrepublik wurde ideologisch und materiell – mit einem erheblichen Bestand hochbelasteter Nazis auf allen politischen Ebenen – zum antikommunistischen Vorposten gegen die Sowjet-Union hochgerüstet. Sie konnte damit das wichtigste Requisit, den Antikommunismus, aus der braunen Vergangenheit in einen scheinbaren Neuanfang hinüber retten und die Feindschaft gegen Rot an ein und demselben Nagel mit der erzwungene Distanzierung von Braun zu hängen. Bis heute sind die Wirkungen sichtbar: Sie reichen von der Verharmlosung der Naziherrschaft und die unzureichenden Aufklärung über deren Ursachen, die Vertuschung von NSU-Verbrechen bis zur Diffamierung aller, die eine gerechtere Gesellschaftsordnung fordern.

NOV18: Von wegen sicher. Das Konzept der “sicheren Herkunftsstaaten” in der Kritik

Zur Menschenrechtssituation in den vermeintlich sicheren Herkunftsstaaten auf dem Balkan
Diskussion/Vortrag | Freitag, 18. November | 19.00 Uhr | Nachbarschaftshaus Gostenhof, Nürnberg

Foto

Nachdem Bundestag und Bundesrat die Länder des Balkans zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt haben, werden nicht nur AsylbewerberInnen aus diesen Ländern, viele von ihnen Roma, als AntragstellerInnen zweiter
Klasse behandelt. Die Asylverfahren sind verkürzt, die Anträge werden zu fast 100 Prozent abgelehnt, sie werden in speziellen Lagern (Manching & Bamberg) untergebracht, mit verschärfter Residenzpflicht und ohne
Taschengeld. Gleichzeitig hat diese Regelung dramatische Folgen für über 20.000 Roma, die infolge des Kosovokonflikts 1999 nach Deutschland geflohen sind und seitdem mit einem Duldungsstatus in Deutschland leben. Abschiebungen nehmen in den vergangenen Monaten dramatisch zu.

Die Abgeschobenen erwartet im Kosovo oder Serbien eine Lebensrealität, die von massiver Ausgrenzung und Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen geprägt ist. Nicht ohne Grund versuchen viele Roma dieser Marginalisierung durch Migration zu entkommen.

Tamara Bakovic-Jadzic (Medienportal Masina, Forum Roma Srbije/Levi Samit Srbije) wird über die Perspektive aus der Balkanregion bzw. Serbien und der Situation von Roma dort berichten. Nadia Wehrle (Madhouse München) spricht über die Solidaritätsarbeit mit geflüchteten Sinti und Roma Bayern und über ihre Eindrücke einer Reise auf den Balkan in den verganganenen Wochen.

NOV25: Rechts der CSU ist nur die Wand – Stoppt das Ausgrenzungsgesetz

fight racismDie CSU hat den Vorschlag für ein bayerisches Integrationsgesetz in den Bayerischen Landtag eingebracht. Das Gesetz soll alle in Bayern lebenden Menschen der sogenannten „deutschen Leitkultur“ verpflichten. Zusätzlich enthält der Gesetzesentwurf neue rassistischen Sonderverordnungen, Passagen die an die Rassenlehre erinnern und einen Ausbau von Repressionsinstrumenten. Im Vortrag geht es um den Inhalt des Gesetzes, die Folgen für uns Alle sowie um die politischen Hintergründe. Weiter wollen wir auf das im August diesen Jahres stattgefundene „Solidarity 4 All“-Camp zurückblicken. Außerdem möchten wir mit euch diskutieren, wie wir gemeinsam das Gesetz stoppen und Widerstand gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck organisieren können.

Freitag, 25. November | 19.00 Uhr | Infoladen Benario (Nürnbergerstr. 82, Fürth)

NOV30: Rückkehr nach Reims. Klasse, Scham und die Linken.

FotoKaum ein Buch hat in diesem Jahr so viel Aufmerksamkeit erregt wie Didier Eribons «Rückkehr nach Reims». Angesichts der Wahlerfolge rechtspopulistischer Partien in vielen Ländern Europas trifft es den Nerv der Zeit: Warum wählen gerade die «Abgehängten», oft ehemals linke Stammwähler*innen, die Rechten? Eribons These ist schmerzlich: Die Linke habe sich abgewendet von der Klassenfrage und von den Arbeiter*innen selbst – und damit den Aufstieg der Rechten möglich gemacht.Diese Entfremdung zeichnet Eribon in der eigenen Biographie nach: Bildungsaufstieg und schwule Emanzipation waren ihm nur durch die Verleugnung seiner Klassenherkunft möglich. Er lenkt dabei den Blick auf die Wirkmächtigkeit sozialer Scham und die Widersprüche der Selbstbehauptung.

Die Veranstaltung wird im LIVESTREAM übertragen.
Mittwoch, 30. November | 19.00 Uhr | Infoladen Benario (Nürnbergerstr. 82, Fürth)

„Pegida“ in Fürth – Nein Danke! – Proteste nur am Mittwoch

NoPegida Die rassistische „Pegida-Bewegung“ trat in den letzten Monaten mehrmals in Fürth auf. Zuletzt mussten sogar Martinsumzüge der Kindergärten abgesagt werden, um den Rassisten die Straßen zu überlassen. Am 21.12. plant Pegida erneut einen öffentlichen Auftritt in Fürth.
Aber auch am 21.12.2016 gilt: Keinen Fußbreit den Faschisten und Rassisten!

Wie die Erfahrung – durchwegs an jedem Ort – gezeigt hat, verstecken sich hinter all diesen sogenannten „Pegidas“ i.d.R. Neonazis und Rassisten, die lediglich vorgeben, die Interessen und Nöte der „kleinen“ Leute zu vertreten.
In Wahrheit nutzen sie bewusst Ängste und Nöte von Teilen der Bevölkerung aus. Den rechten Anführern geht es einzig und allein darum, Menschen gegen Flüchtlinge aufzuhetzen. Dabei ist ihnen jede Lüge recht, um Menschen gegen Menschen und Arme gegen noch Ärmere aufzuhetzen.
Neonazis versuchen deshalb unter dem Deckmantel „Pegida“ Rassismus und Völkerhass zu schüren – so auch in Fürth.
Die Neonazis und Rassisten wollen uns in „Deutsche“ und „Nichtdeutsche“ spalten. Da nicht wenige aus der gesellschaftlichen Mitte es kaum erwarten können, auf diesen Zug aufzuspringen, vor allem wenn es um Stimmen bei Wahlen geht fühlen sich solche Rassisten mehr denn je ermutigt, ihrem Hass – nicht nur in Worten – freien Lauf zu lassen. Dagegen sind wir! Dagegen wehren wir uns!

Daneben fordern wir die Stadt Fürth auf, den braunen Spuk zu verbieten oder zumindest bestmöglich zu beschränken.

Wegen einer Handvoll verblendeter Rassisten und Neonazis wurden in der Vergangenheit Straßen gesperrt und ganze Stadtteile lahmgelegt. Infolgedessen kamen Anwohner nur schwerlich zu ihren Wohnungen. Geschäfte und Lokale mussten mangels Kundschaft geschlossen werden. Auch damit muss Schluss sein!

Kommt zu den Protesten am 21.12.2016 um 15.00 Uhr vor das Fürther Rathaus!

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Die Pogromnacht in Fürth: Wir vergessen nicht!

Wann?
9. November 2016
18:00 Uhr

Wo?
Mahnmal an der Geleitsgasse

null Am 09. November findet im Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 die jähliche Kundgebung am Mahnmal in der Geleitsgasse statt. Mit Grußworten und Musik wollen wir an den Tag vor 78 Jahren erinnern, als antisemitischer Terror in ganz Deutschland zum Brand von Synagogen, Vertreibung und Vernichtung führte. Getrieben von antisemitischen Weltverschwörungstheorien brannte auch in Fürth die Synagoge in der Geleitsgasse, Jüdinnen und Juden wurden mit Gewalt auf der heutigen Fürther Freiheit festgehalten und anschließend teilweise in KZs deportiert. Der Nationalsozialismus verantwortete in den Folgejahren, getragen von weiten Teilen der Bevölkerung, millionenfachen Mord, Vernichtung und Krieg.
Wir nehmen den 09. November zum Anlass, diesen Verbrechen zu gedenken. Ein Blick in die deutsche Geschichte zeigt uns aber auch, dass Antisemitismus und Rassismus nicht 1945 aufhörten zu existieren. Bis heute fallen diese Ideologien auf fruchtbaren Boden und sind verantwortlich für Mord, Anschläge, Abschottung und Diskriminierung. Vor diesem Hintergrund ist der 09. November auch eine Mahnung und Handlungsaufforderung für heute und morgen: Nie wieder!

Im Anschluss
Lesung: „Drei Steine“

Wann?
09. November 2016
19:30 Uhr

Wo?
Café Samocca
Rudolf-Breitscheid-Straße 4

„Drei Steine“ erzählt die autobiografische Geschichte von Nils Oskamp, der in den achtziger Jahren in Dortmund-Dorstfeld Opfer rechter Gewalt wird: Als Schüler kämpft er um sein Überleben, ohne dabei selbst zum Täter zu werden. 
Die Neonazis, in deren Visier er als Jugendlicher geriet, waren von „Alten Kameraden“ geworben worden – und machen mit dem rechtsextremen Terror, den sie verbreiten, noch heute Schlagzeilen.

Neonazis und RassistInnen blockiert

Am vergangenen Wochenende wollten wieder einmal Nazis und RassistInnen durch Fürth marschieren. Für Freitag hatte PEGIDA Nürnberg erneut angekündigt einen ihrer „Spaziergänge“ durchführen zu wollen. Die neonazistische Kleinstpartei „Der III. Weg“ kam zudem auf die Idee am Samstag einen Demonstration auf der Hardhöhe anzumelden. Dass beide Vorhaben auf Protest stoßen würden, musste den Rechten klar gewesen sein, zeigen doch Aufmarschversuche, wie am 18. April 2015, dass antifaschistische Blockaden und Proteste erfolgreich waren und sind.

NoPegidaUnter diesen Vorzeichen versammelten sich denn am Freitag einige wenige RassistInnen um den Fürther Rassisten Gernot Tegetmeyer am Bahnhofsplatz. Nachdem eine Stunde lang gehetzt und diffamiert wurde, wollte sich der Zug auf den Weg seiner geplanten Demonstrationsroute machen. Für ein frühzeitiges Scheitern dieses Vorhabens sorgte schließlich eine Blockade von AntifaschistInnen, die sich den Rechten in den Weg gestellt hatten. Sichtlich erzürnt durch diesen Erfolg, verlor selbst Tegetmeyer an diesem Abend sein zuvor so oft beschworenes „Vertrauen in die Polizei“. Mit wem er auch weiterhin vertraut zu sein schein, zeigte sich am vergangenen Mittwoch: Nach der tödlichen Attacke des Reichsbürgers Wolfgang Plan auf Polizisten am Morgen, wurde bekannt, dass dieser in Kontakt PEGIDA-Co-Organisator Enriko Kowsky steht.
Während PEGIDA Nürnberg zahlenmäßig weiter schrumpft, zerbricht ihr Selbstbild der „besorgten Bürger“ immer weiter. Nicht nur die Teilnahme und inhaltliche Beteiligung von einschlägig bekannten Neonazis an Veranstaltungen, sondern auch der Kontakt zwischen führenden Organisatoren und rassistischen, gewaltbereiten Waffenbesitzern (Wolfgang Plan), lassen die rassistische Hetze von Tegetmeyer und Co. im richtigen Licht erscheinen – dem einer rassistischen und faschistischen Bewegung.

Auch die Proteste gegen den III. Weg am Samstag folgten dem Beispiel des Vorabends. Nachdem die Neonazipartei, die in direkter Nachfolge des verbotenen „Freies Netz Süd“ steht, lautstark und unversöhnlich auf der Hardhöhe empfangen wurde, sorgten zahlreiche Blockaden für erheblich Behinderungen und Umleitungen der Neonazis, die aus ganz Deutschland angereist waren. So war und ist beeindruckend, wie entschlossen AntifaschistInnen den Zug der Neonazis blockierten. Mit erheblicher Verspätung und Gegenwehr, geschützt durch bis zu 500 PolizistInnen, erreichte der III. Weg schließlich die Billinganlage, ehe er sich auf den Weg in die Schweiz, zu einem Konzert der rechtsterroristischen Organisation „Blood&Honour“ (in Deutschland verboten) machte.

Die Blockaden der Aufmärsche von PEGIDA und dem III. Weg zeigen einmal mehr, dass es Neonazis und RassistInnen nicht möglich ist, unbehelligt und reibungslos in Fürth aufzumarschieren. Von zentraler Wichtigkeit war dabei der zivile Ungehorsam der Blockierenden, der ein klares und entschlossenes Statement gegen Nazis und RassistInnen darstellt – auch für zukünftige Aktionen. PROPS an alle AntifaschistInnen und NazigegnerInnen, die dies möglich gemacht haben!

Drei Steine – eine mahnende Graphic Novell

NSU, freie Kameradschaften, Rassismus, nationaler Sozialismus,… Wörter die sich automatisch auftun, sobald man sich auch nur im Ansatz mit dem Thema Rechtsradikalismus befasst.

Scheint dieses Thema doch immer so fern in der Vergangenheit seinen Ursprung zu haben, reichen Taten und Übergriffe bis in unsere heutige Zeit hinein. Nicht erst seit PEGIDA und Co. werden wieder Schlagworte hervorgeholt, die an Parolen der Nazis in der Zeit bis 1945 erinnern.

Opfer rechts motivierter Übergriffe gibt es nicht erst seit dem Aufkommen der Flüchtlingsdebatte in den vergangenen zwei Jahren. Die Graphic Novel „Drei Steine“ geht zurück in die achtziger Jahre und erzählt biographisch aus der Perspektive des Autors Nils Oskamp, was es bedeutet ins Visier organisierter und gewalttätiger Nazis zu geraten.

Mit der Lesung laden wir dazu ein, sich mit dem Thema aus der Perspektive des Opfers auseinanderzusetzen. Der Autor Nils Oskamp wird persönlich vor Ort sein und seine Graphic Novel visuell und untermalt mit Musik präsentieren.
Nach der ca. 60 minütigen Lesung, wird es möglich sein, mit dem Autor persönlich ins Gespräch zu kommen.

WANN und WO:

09.November 2016, 19:30 Uhr im Samocca (Einlass ab 19:00 Uhr), Rudolf-Breitscheid-Straße 4, 90762 Fürth

08. und 09. November 2016, 11:000 Uhr/BIKUL Lindenhain, Kapellenstraße 47, 90762 Fürth, kostenlos und exklusiv für Schulklassen

Anmeldung für Schulklassen unter:
fanprojekt@kinderarcheggmbh.de

 29. Oktober Fluchtursachen bekämpfen! Gemeinsam gegen Krieg, Rassismus, Sexismus und Ausbeutung


[ 29. Oktober 2016; 14:00; ]

Zur Zeit befinden sich zwischen 60 und 90 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht . Fluchtgründe gibt es viele. Menschen fliehen etwa wegen der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen, wegen Kriegen und politischer Verfolgung, sie fliehen vor Hunger, Elend, ökologischen Katastrophen, Versklavung, Zwangsverheiratung, Verfolgung aufgrund ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung.
Deshalb lasst uns am 29.Oktober um 14 Uhr auf dem Jakobsplatz in Nürnberg zusammenkommen und unsere Kämpfe in einer bundesweiten Großdemonstration zum Hauptsitz des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vereinen. Setzen wir den Startschuss für den bitter notwendigen und endlich gemeinsam geführten Kampf gegen Imperialismus und den Rechtsruck dieser Welt!
Fluchtgründe benennen – Solidarität aufbauen!

29.Oktober um 14 Uhr auf dem Jakobsplatz
Mehr Informationen

Fahrt im Oktober mit zur Demo gegen das bayerische Integrationsgesetz!

Demonstriert mit uns am 22.Oktober in München gegen das bayerische Integrationsgesetz. Im Herbst soll das von der CSU formulierte Gesetz verabschiedet werden (Kurz erklärt).

Kommt zum Zugtreffpunkt: 08:30 Osthalle, Nürnberg HBF

Bei der Antifa-Aktionskneipe am 21.Oktober gibt es ab 17.30Uhr die letzte Infos zur Demo und der gemeinsamen Anreise sowie einen Vortrag zum Verhalten auf Demos, Vorkontrollen und gegenüber Bullen!
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