Archiv der Kategorie 'Hintergrundinfos und Aktuelles'

Film: 6 Jahre, 7 Monate & 16 Tage – Die Morde des NSU

Montag, 15. Mai 2017 | 19.30 Uhr | Babylon Kino, Fürth | Eintritt: 5€

Eine Veranstaltung des Fürther Bündnis gegen Rechts
In »6 Jahre, 7 Monate & 16 Tage«, dem Zeitraum in dem der sog. »Nationalsozialistische Untergrund« zehn Morde gegenüber Migranten und einer deutschen Polizistin verübt hat, nähert sich der Regisseur – essayistisch in lyrischem Schwarz-weiß – dieser unvergleichlichen rechtsextremistischen Mordserie. Ausschließlich mit Bildern der zehn Tatorte, kommt es so zu einer visuellen kardiographischen Vermessung. Die Orte, als stumme Zeugen der Anklage, der Reflexion und Erinnerung treten in den Dialog mit den Stimmen der Hinterbliebenen, der Ermittlungsbehörden, der Presse und finden ihren Widerhall in einem tonalen und musikalischen Reflexionsraum des Musikers Elias Gottstein.
Gewinner des Dokumentarfilmmusikpreis 2017
Ein Film von Sobo Swobodnik – www.partisanfilmverleih.de – 76 min, schwarz-weiß

Die Stadt von morgen liegt auf der Straße

Recht auf Stadt Gentrification, die Inwertsetzung bisher preiswerter Wohnviertel hat sich zu einem ständigen Begleiter städtischer Veränderungen entwickelt. Weltweit lösen die damit einhergehenden Verdrängungsprozesse Protestmobilisierungen aus, in denen es oft um mehr geht, als um das Recht auf eine Wohnung. Im Vortrag werden aktuelle Tendenzen der Gentrification und die damit einhergehenden Konflikte in den Städten vorgestellt.

Aufwertungsprozesse finden auch in Fürth statt und es gibt zahlreiche Orte in der Stadt, die symbolisch für die wohnungs- und stadtpolitischen Missstände stehen.

Samstag, 20.05. | 19:30 Uhr | Babylon Kino, Fürth
Ein Vortrag von Andrej Holm zu neoliberaler Stadtentwicklung und dem Recht auf Stadt
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Nachtrag zur Warm-up Demo // Auf die Straße gegen PEGIDA und die AfD

Für eine radikal andere Stadtpolitik, für einen offensiven Antifaschismus gegen die AfD und Konsorten – Ein Recht auf Stadt erkämpfen – Rassismus angreifen!

Warm-up Demo zum 1. Mai 2017

Mit der Warm-up Demo zum 1. Mai 2017 haben wir ein schönes, lautes und energisches Zeichen gegen Verdrängung, Aufwertung, Ausschluss und neoliberale Stadtpolitik gesetzt. An verschiedenen Stationen haben wir exemplarisch Missstände aufgezeigt (Inhalte siehe unten). Perspektiven einer radikal anderen Stadtpolitik zeigt auch Andrej Holm auf, der am 20.05.2017 in Fürth sein wird:
- Diskussion/Vortrag: Die Stadt von morgen liegt auf der Straße. Ein Vortrag von Andrej Holm zu neoliberaler Stadtentwicklung und dem Recht auf Stadt. 19:30. Babylon Kino.

Nicht nur der peinliche „Besuch“ des PEGIDA-Rassisten Tegetmeyer macht aber deutlich, wie wichtig gleichzeitig ein konsequentes Vorgehen gegen den Rassismus und Nationalismus von PEGIDA, AfD und Co. ist. Die Gelegenheit dazu ergibt sich schon am Wochenende:
- Freitag, 05.05.: PEGIDA am Obstmarkt (Fü Rathaus) stoppen. 18:30.
- Samstag, 06.05.: AfD-Infostand in der Fußgängerzone besuchen. Ab 10:00.

Reden der Demo: Infos zu und Kritik an Neuer Mitte, Obdachlosigkeit, Ludwig-Erhard-Haus, Stadtpolitik, Wohnungsmarkt und AfD
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Erinnern heißt Kämpfen // AfD stoppen!


Gedenken, Veranstaltungsreihe & Action
05.-22. April 2017

Erinnern heißt Kämpfen!
Antifaschistischen Widerstand damals und heute sichtbar machen

Header Gedenken

Vor 84 Jahren bekam die NSDAP unter Adolf Hitler die Macht übertragen. Kurz daraufhin wurde im März 1933 mit Dachau das erste Konzentrationslager eröffnet, das vor allem in den ersten Jahren zur Inhaftierung und Abschreckung politisch Andersdenkender, meist Kommunist*innen, galt. Unter den ersten Häftlingen befanden sich mit Rudolf Benario und Ernst Goldmann auch zwei Fürther. Die beiden stammten aus jüdischem Elternhaus und engagierten sich in der Kommunistischen Partei Deutschland (KPD). In Dachau waren sie allerdings nur kurze Zeit interniert, da sie bereits am 12. April 1933 zusammen mit Erwin und Arthur Kahn aus München bzw. Nürnberg erschossen wurden. Damit gehören die vier zu den ersten in einem Konzentrationslager ermordeten Juden. Doch bei weitem nicht zu den Letzten. In den Folgejahren wurden Kommunist*innen, Jüd*innen, Homosexuelle und alle anderen die nicht in das Weltbild der Nationalsozialist*innen passten systematisch verfolgt, misshandelt und ermordet. Weite Teile der deutschen Bevölkerung beteiligten sich dabei aktiv durch Denunzierung, Mitarbeit in den Konzentrationslagern oder passiv durch wegschauen.
Doch es gab auch Widerstand. Im Konzentrationslager Buchenwald organisierten sich die Inhaftierten und schützten ihre Mitgefangenen, indem sie sie versteckten. Dies schuf viel Chaos und Verwirrung bei der Lagerleitung. Außerdem gelang es Gefangen Waffen von der Wachmannschaft zu stehlen, die dann zur Selbstbefreiung des KZs genutzt wurden, sodass mit der Ankunft der Alliierten die Tore bereits offenstanden. Nach der Befreiung sammelten die Häftlinge sich am Appellplatz und leisteten einen Schwur, der für uns auch heute noch eine wichtige Bedeutung hat:

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Gut 72 Jahre später ist dieser Schwur für uns immer noch eine Maxime in deren Sinne wir agieren wollen. Deshalb sehen wir es als unerlässlich uns immer wieder konsequent gegen jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Faschismus zu stellen. Darum wollen wir in der Tradition von Antifaschist*innen wie Rudolf Benario, Ernst Goldmann und all den anderen, die ihr Leben riskiert und dabei oft auch gegeben haben, kämpfen. Egal ob gegen die rassistische Alternative für Deutschland, gegen die reaktionären Pegida oder die faschistische Kleinstpartei III. Weg.
Wir sagen Schulter an Schulter gegen Faschismus, denn erinnern heißt für uns auch kämpfen!

Veranstaltungsreihe im Rahmen des Gedenkens an Benario & Goldmann

Täterspuren – Fürth im Nationalsozialismus
Mittwoch, 5. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

Nach 1945 blieben die meisten Täter*innen der Nazibarbarei unbehelligt. Viele wurden unter dem verharmlosenden Begriff des „Mitläufers“ entschuldet und rehabilitiert. Ihre Verbrechen wurden verschwiegen, Versuche, sie zur Verantwortung zu ziehen, als „Nestbeschmutzung“ diffamiert. So wurde über viele Jahre – oft bis heute – eine wirksame Auseinandersetzung mit der Hitler-Diktatur behindert. In einem Vortrag werden wir über Fürther Täter*innen informieren, deren Taten nach 1945 bagatellisiert oder verschwiegen wurden und die oft problemlos in Nachkriegsgesellschaft integriert wurden.
Referent: Siegfrieg Imholz, Historiker

Roma in Europa – eine Geschichte von Klischees & Vorurteilen
Freitag, 7. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

Seit über 500 Jahren leben verschiedene Romvölker in Europa und bilden mit rund 15 Mio. Angehörigen die grösste europäische Minderheit. Die Geschichte der Volksgruppe ist geprägt von Verfolgung und Ausgrenzung, die in dem Völkermord der Nationalsozialist*innen gipfelte. Eine nachkriegszeitliche Aufarbeitung der Geschichte und eine Anerkennung der Romvölker fand gar nicht bzw. nur zögerlich statt. Klischees und Vorurteile gegenüber der Minderheit sind nach wie vor bei großen Teilen der Bevölkerung tief verankert. Der Vortrag liefert einen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Volksgruppe und dekunstruiert gängige Ressentiments.
Referent: Peter Liszt ist Vorstandsmitglied der Roma Volkshochschule Burgenland, Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und engagiert sich seit seiner Jugend für die Anliegen der Volksgruppe

Stadtrundgang zur Arisierung in Fürth
Sonntag, 9. April 2017 | 14:00 Uhr | Kohlenmarkt

Unter der euphemistischen Bezeichnung „Arisierung“ begannen die Nazis 1938, nach Ausgrenzung und Diskriminierung der Jüd*innen, mit dem Raub ihres Eigentums. Es war größte Raub in der deutschen Geschichte und der Auftakt zum Massenmord. Allein in Fürth wurden 325 Grundstücke und Häuser und 190 Firmen, Praxen und Kanzleien gestohlen.
Über Opfer, Nutznießer*innen und Täter*innen dieses Verbrechens und sein Verschweigen nach 1945 wollen wir mit unserem Stadtrundgang am 9. April informieren.
Referent: Siegfried Imholz, Historiker

Gedenken an Benario & Goldmann
Mittwoch, 12. April 2017 | 18:00 Uhr | Uferpromenade Fürth

Alljährlich findet an den drei Birken das Gedenken an die Fürther Juden und Kommunisten Dr. Rudolf Benario und Ernst Goldmann statt, die sich hier an der Rednitz in einem Bootshaus des Kanuvereins trafen. Am 12. April 1933 wurden sie von den Nazis im KZ Dachau ermordet. Das Gedenken wird vom Infoladen Benario in Zusammenarbeit mit dem Fürther Bündnis gegen Rechts organisiert.

Ausstellung
Eröffnung im Anschluss ans Gedenken | Fanprojekt Fürth, Theresienstr. 17

Nach jahrelanger Lagerung im Archiv der KZ-Gedenkstätte Moringen, kommen die Zeichnungen der Kommunistin und Widerstandskämpferin Hedwig Regnart erstmals in ihre Heimatstadt Fürth.
Öffnungszeiten: 13., 14., 17., 18., 19. April 2017 | 17 – 20 Uhr
Samstag, 15. April 2017 | 11 – 14 Uhr
(Sonntag, 16. April geschlossen)


AfD stoppen!
Solidarität statt Rassismus & Spaltung

Header AfD

Das Phänomen Pegida trat erstmals in Zusammenhang mit den steigenden Zahlen hier ankommender Geflüchteter auf. Bundesweit ging die Gründung von immer mehr lokalen Ablegern mit einem massiven Anstieg von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte einher. Auch wenn die Pegida-Demonstrant*innen als „besorgte Bürger“ aus der Mitte der Gesellschaft dargestellt wurden und werden, bereitet diese angebliche Mitte den Boden für faschistische Ideologien – Ein Teil von ihnen schreitet selbst zur Tat, ein Teil applaudiert. Die AfD als parteiförmiger Auswuchs der zunehmenden rassistischen Hetze unterscheidet sich davon nur wenig und fördert zugleich eine immer menschenverachtendere Politik der bürgerlichen Parteien. Diese rücken immer weiter nach rechts, um ja den Anschluss an den rechten Rand der Gesellschaft nicht zu verlieren.

Die Rhetorik des Rassismus – Nah am Menschen und menschenverachtend
Doch gefährlich an Pegida, AfD und Konsorten ist nicht nur ihre Wirkung auf die Medien und die Politik, sondern die Themen, mit denen sie Anklang in der Bevölkerung finden. Ihre vermeintliche Kritik an der herrschenden Politik gibt sich stets einen sozialen Anstrich: Prekäre Arbeitsverhältnisse, schlechte Bildungschancen, ein verkommenes Gesundheitssystem, fehlender Wohnraum und die immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich – diese Themen sprechen nicht nur Rassist*innen an, es sind Probleme, mit denen wir alle zu kämpfen haben. Wenn man das Grundsatzprogramm der AfD aber näher betrachtet, wird schnell klar, dass die AfD lediglich ein weiterer Verfechter einer prokapitalistischen, marktradikalen Position ist. Der Staat soll sich zum Beispiel aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zurückziehen und so Erbschafts- und Vermögenssteuer abgeschafft, Regulierungen für die Wirtschaft aufgehoben, Arbeits- und Umweltschutzstandards gesenkt und Sozialleistungen gekürzt werden.

Sozial schreibt man nicht mit K wie Kapitalismus…
Kritik an dieser unsozialen Politik der AfD und der bürgerlichen Parteien ist bitter nötig. Sei es der Ausverkauf der kommunalen Sozialwohnungen, Energieversorger und Sozialeinrichtungen durch die Kommunen oder die Unterfinanzierung der Bildung bei gleichzeitiger Überfinanzierung des Militärs. Auch ein faschistoides Gesetz wie das bayrische Integrationsgesetz oder die zeitlich unbegrenzte Präventivhaft für sogenannte „Gefährder“ ist unserer Meinung nach letztendlich dazu da, um sich die Option offen zu halten, Protest und Widerstand weiter zu kriminalisieren.

Unsere Antwort heißt Solidarität
Nur gemeinsam können wir die Bedürfnisse der ganzen Gesellschaft feststellen und unsere Rechte erkämpfen. Um tatsächlich eine solidarische und gerechte Gesellschaft zu erreichen, müssen wir Grenzen überwinden, statt diese zu schaffen – Grenzen des Geschlechts, der Herkunft oder der Religion und die Grenze zwischen Arm und Reich. Eine wirkliche Veränderung braucht einen radikalen Ausbruch aus der Denkweise des größtmöglichen Profits. Denn eigentlich ist schon heute genug da, doch eine soziale und gleiche Verteilung ist nach dem kapitalistischen Prinzip schlicht nicht möglich. Unsere Antwort ist daher gleich – egal ob auf Rechtspopulismus, Rassismus, besorgtes Bürgertum, rechte Politiker*innen, Faschismus oder die sog. Mitte der Gesellschaft. Eine Politik der Ausgrenzung und Ausbeutung kommt für uns nicht in Frage!
Also lasst uns beginnen und gemeinsam den AFD-Parteitag in Köln verhindern!

Fight back! AfD stoppen! Internationale Solidarität statt rechte Hetze!
Auf die Straße gegen den Rassismus & die AfD

Action gegen die AfD

Proteste gegen Infostände der AfD
Samstag, 8. April 2017 | Fußgängerzone Fürth

Der lokale Kreisverband der AFD will in den Bundestags-Wahlkampf in der Fürther Fußgängerzone starten. Da sind wir natürlich nicht weit! Egal ob in den Parlamenten, auf der Straße oder sonst wo: wir werden uns Rassismus und unsozialer Politik immer entgegenstellen!
Achtet auf weitere Ankündigungen auf alf.blogsport.de

AfD – Geschichte, Inhalte, regionale Aktivitäten
Mittwoch, 19. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

„Alternative für Deutschland“ – ein neues Konzept?
Innerhalb von gerade einmal vier Jahren zog die Alternative für Deutschland (AfD) mit teils zweistelligen Ergebnissen in zehn Landesparlamente ein. Mit der Wahl in den deutschen Bundestag 2017 möchte sie endgültig zur erfolgreichsten Parteineugründung der Bundesrepublik werden. Zu ihrem Programm gehört neben der Hetze gegen Mirgant*innen und Geflüchtete, dem Kampf gegen die Rechte von Frauen und der Diskriminierung von Behinderten, Homosexuellen und Transgender, auch die Ausgrenzung von sozial Schwachen. Trotz ihrer neoliberalen Programmatik ist die Partei vor allem auch unter denjennigen erfolgreich die von marktradikalen Umbaumaßnahmen besonders betroffen sind.
Stefan Dietl analysiert anhand des Grundsatzprogramms der Partei die Ausrichtung der AfD und versucht außerdem den historischen und ideologische Wurzeln der AfD, Nationaliberalismus und
Rechtskonservatismus, auf dem Grund gehen.
Referent: Stefan Dietl

Überblick über die AfD in Franken – Von „Hitler-Bildchen“ über die Verharmlosung des deutschen Faschismus
Im Anschluss findet ein kurzer Vortrag über die wichtigsten Personen der mittelfränkischen AfD, deren Inhalte und deren Nähe zur extremen Rechten statt. Ein Schwerpunkt wird hier auf den Nürnberger Kreisverbände liegen.

Gemeinsam gegen den AfD Parteitag in Köln
Samstag, 22. April 2017 | Köln

Am 22./23.4. soll im Kölner Maritim-Hotel der nächste Bundesparteitag der AfD stattfinden. Dort werden die Weichen für den Bundestagswahlkampf der Rassist*innen im Herbst gestellt. Wir werden uns natürlich auch außerhalb der Region an den Protesten gegen rassistische Politik und Hetze beteiligen. Begleitet uns nach Köln! Zusammen mit der Revolutionär organisierten Jugendaktion (ROJA) und dem Antifaschistischen Aktionsbündnis (AAB) organisieren wir die gemeinsame Busfahrt. Bustickets gibt’s im Infoladen Benario, im Projekt 31 & im Stadtteilladen Schwarze Katze bei allen Veranstaltungen und zu den normalen Öffnungszeiten.
Mehr Infos im Internet auf der www.redside.tk & alf.blogsport.de

17. März: „Wie ich Schäuble und die EU der Banken & Konzerne lieben lernte“

Veranstaltung und Diskussion
Freitag, 17. März 2017 | 20.00 Uhr | Infoladen Benario, Nürnberger Str. 82, Fürth
Eine Veranstaltung der DKP Nürnberg und der Antifaschistischen Linken Fürth

Eine andere Sicht auf die EU
Wir leben seit fast zehn Jahren in allerhand Krisen: Schuldenkrise, Eurokrise, Bankenkrise und so einige mehr. Der Referent Lucas Zeise (72) analysiert deren Zusammenhänge und worin sie ihre Grundlage haben. Deutschland spielt in Person von Wolfgang Schäuble bei den Krisenverursachern eine ganzbesondere Rolle. Neben dieser Analyse wird der Referent auch einen Ausweg aus der Krise für ein sozialistisches Europa – anstatt des Europas der Banken und Konzerne, kurz EU, skizzieren.

Zu dem Referenten
Lucas Zeise (72) ist seit einem Jahr Chefredakteur der „UZ“, der Zeitung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Bis zur Rente War er Finanzjournalist bei einigen bürgerlichen Blättern, zuletzt bei der „Financial Times“, die er selbst mitgegründet hatte. Er hat Philosophie und Volkswirtschaft studiert und danach unter anderem für das japanische Wirtschaftsministerium und die deutsche Aluminiumindusirie gearbeitet. Er hat einige Bücher zur Finanzkrise, Geld und Banken geschrieben. Zeise ist seit 1973 Kommunist.

Veranstaltung: Schweden zwischen „Wohlfahrtsstaat“ und der kapitalistischen Verelendung in der Gegenwart

Veranstaltung & Diskussion
Freitag, 03. Februar 2017 – 20:00 – Infoladen Benario, Nürnberger Str. 82, 90763 Fürth

Antifa SchwedenSchweden gilt auch heutzutage oft als ein fortschrittliches und tolerantes Land mit hohen Lebensstandards, sozialer Sicherheit und einem starken Wohlfahrtsstaat. Mag dies in den 60er und 70er Jahren gestimmt haben, so hat sich die Situation weiter Teile der Bevölkerung in Schweden drastisch verändert. Sozialer Kahlschlag und die Verschlechterung im Gesundheits- und Bildungssystem sind spürbar im kapitalistischen Alltag. Reaktionäre Kräfte nutzen die Verelendung der Menschen und breiten sich aus. Gleichzeitig sind linke Bewegungen gelähmt und scheinbar ohne Antworten. Trotzdem lohnt es sich die Geschichte der schwedischen Kämpfe für eine bessere Gesellschaft näher zu betrachten. Außerdem wird im Vortrag die aktuelle, politische Gemengelage näher beleuchtet.

DEZ09: Der Staat sieht rot: Kommunistenverfolgung und Rehabilitierung der Nazis in der Bundesrepublik

Veranstaltung und Diskussion mit Siegfried Imholz | 09. Dezember 2016, 20:00 Uhr | Infoladen Benario, Nürnberger Str. 82, 90763 Fürth

KPDVerbotVor 60 Jahren, am 17. August 1956 wurde die Kommunistische Partei Deutschlands verboten. Das war der vorläufige Höhepunkt der schon seit 1946 wieder einsetzenden Verfolgung der Kommunisten in der Bundesrepublik. Von 1951 bis 1968 wurden 125 000 Ermittlungsverfahren gegen Kommunisten eingeleitet, über 7 000 zu Haftstrafen verurteilt und 80 Organisationen verboten, die als von der KPD gelenkt galten. „Die Zahl der zwischen 1951 und 1968 gefällten Urteile gegen Kommunisten lag fast siebenmal so hoch wie die gegen NS-Täter – obwohl die Nazis Millionen Menschen ermordet hatten“ (Jan Korte, Die Linke im Bundestag am 11.11.2010). Das Verbot der KPD war ein wirksames Mittel, die „einzige politische Gruppierung von Relevanz mundtot zu machen, die […] aus der NS-Belastung eines Beamten oder Richters dessen mangelnde Eignung ableitete“ (Domenik Rigoll 2013). Bereits 1951 verkündete die niedersächsische Landtagsabgeordnete Maria Meyer-Sevenich (SPD) den gemeinsamen Nenner der „Nachkriegsdemokraten“ von CDU, SPD und FDP: „Die Entnazifizierung ist nichts anderes als ein Mittel zur Bolschewisierung des westdeutschen Raumes.“
Mit diesem Verbot wurden Antikommunismus und Totalitarismustheorie zur rechtlich normierten Staatsdoktrin der Bundesrepublik. Mit einem simplen Rot = Braun wurde mit dem vernichteten Braun auch Rot, das diesen Untergang maßgeblich herbeigeführt hatte, als ein verbrecherisches Unternehmen entsorgt. Die Bundesrepublik wurde ideologisch und materiell – mit einem erheblichen Bestand hochbelasteter Nazis auf allen politischen Ebenen – zum antikommunistischen Vorposten gegen die Sowjet-Union hochgerüstet. Sie konnte damit das wichtigste Requisit, den Antikommunismus, aus der braunen Vergangenheit in einen scheinbaren Neuanfang hinüber retten und die Feindschaft gegen Rot an ein und demselben Nagel mit der erzwungene Distanzierung von Braun zu hängen. Bis heute sind die Wirkungen sichtbar: Sie reichen von der Verharmlosung der Naziherrschaft und die unzureichenden Aufklärung über deren Ursachen, die Vertuschung von NSU-Verbrechen bis zur Diffamierung aller, die eine gerechtere Gesellschaftsordnung fordern.

NOV25: Rechts der CSU ist nur die Wand – Stoppt das Ausgrenzungsgesetz

fight racismDie CSU hat den Vorschlag für ein bayerisches Integrationsgesetz in den Bayerischen Landtag eingebracht. Das Gesetz soll alle in Bayern lebenden Menschen der sogenannten „deutschen Leitkultur“ verpflichten. Zusätzlich enthält der Gesetzesentwurf neue rassistischen Sonderverordnungen, Passagen die an die Rassenlehre erinnern und einen Ausbau von Repressionsinstrumenten. Im Vortrag geht es um den Inhalt des Gesetzes, die Folgen für uns Alle sowie um die politischen Hintergründe. Weiter wollen wir auf das im August diesen Jahres stattgefundene „Solidarity 4 All“-Camp zurückblicken. Außerdem möchten wir mit euch diskutieren, wie wir gemeinsam das Gesetz stoppen und Widerstand gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck organisieren können.

Freitag, 25. November | 19.00 Uhr | Infoladen Benario (Nürnbergerstr. 82, Fürth)

NOV30: Rückkehr nach Reims. Klasse, Scham und die Linken.

FotoKaum ein Buch hat in diesem Jahr so viel Aufmerksamkeit erregt wie Didier Eribons «Rückkehr nach Reims». Angesichts der Wahlerfolge rechtspopulistischer Partien in vielen Ländern Europas trifft es den Nerv der Zeit: Warum wählen gerade die «Abgehängten», oft ehemals linke Stammwähler*innen, die Rechten? Eribons These ist schmerzlich: Die Linke habe sich abgewendet von der Klassenfrage und von den Arbeiter*innen selbst – und damit den Aufstieg der Rechten möglich gemacht.Diese Entfremdung zeichnet Eribon in der eigenen Biographie nach: Bildungsaufstieg und schwule Emanzipation waren ihm nur durch die Verleugnung seiner Klassenherkunft möglich. Er lenkt dabei den Blick auf die Wirkmächtigkeit sozialer Scham und die Widersprüche der Selbstbehauptung.

Die Veranstaltung wird im LIVESTREAM übertragen.
Mittwoch, 30. November | 19.00 Uhr | Infoladen Benario (Nürnbergerstr. 82, Fürth)