Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Erinnern heißt Kämpfen // AfD stoppen!


Gedenken, Veranstaltungsreihe & Action
05.-22. April 2017

Erinnern heißt Kämpfen!
Antifaschistischen Widerstand damals und heute sichtbar machen

Header Gedenken

Vor 84 Jahren bekam die NSDAP unter Adolf Hitler die Macht übertragen. Kurz daraufhin wurde im März 1933 mit Dachau das erste Konzentrationslager eröffnet, das vor allem in den ersten Jahren zur Inhaftierung und Abschreckung politisch Andersdenkender, meist Kommunist*innen, galt. Unter den ersten Häftlingen befanden sich mit Rudolf Benario und Ernst Goldmann auch zwei Fürther. Die beiden stammten aus jüdischem Elternhaus und engagierten sich in der Kommunistischen Partei Deutschland (KPD). In Dachau waren sie allerdings nur kurze Zeit interniert, da sie bereits am 12. April 1933 zusammen mit Erwin und Arthur Kahn aus München bzw. Nürnberg erschossen wurden. Damit gehören die vier zu den ersten in einem Konzentrationslager ermordeten Juden. Doch bei weitem nicht zu den Letzten. In den Folgejahren wurden Kommunist*innen, Jüd*innen, Homosexuelle und alle anderen die nicht in das Weltbild der Nationalsozialist*innen passten systematisch verfolgt, misshandelt und ermordet. Weite Teile der deutschen Bevölkerung beteiligten sich dabei aktiv durch Denunzierung, Mitarbeit in den Konzentrationslagern oder passiv durch wegschauen.
Doch es gab auch Widerstand. Im Konzentrationslager Buchenwald organisierten sich die Inhaftierten und schützten ihre Mitgefangenen, indem sie sie versteckten. Dies schuf viel Chaos und Verwirrung bei der Lagerleitung. Außerdem gelang es Gefangen Waffen von der Wachmannschaft zu stehlen, die dann zur Selbstbefreiung des KZs genutzt wurden, sodass mit der Ankunft der Alliierten die Tore bereits offenstanden. Nach der Befreiung sammelten die Häftlinge sich am Appellplatz und leisteten einen Schwur, der für uns auch heute noch eine wichtige Bedeutung hat:

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Gut 72 Jahre später ist dieser Schwur für uns immer noch eine Maxime in deren Sinne wir agieren wollen. Deshalb sehen wir es als unerlässlich uns immer wieder konsequent gegen jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Faschismus zu stellen. Darum wollen wir in der Tradition von Antifaschist*innen wie Rudolf Benario, Ernst Goldmann und all den anderen, die ihr Leben riskiert und dabei oft auch gegeben haben, kämpfen. Egal ob gegen die rassistische Alternative für Deutschland, gegen die reaktionären Pegida oder die faschistische Kleinstpartei III. Weg.
Wir sagen Schulter an Schulter gegen Faschismus, denn erinnern heißt für uns auch kämpfen!

Veranstaltungsreihe im Rahmen des Gedenkens an Benario & Goldmann

Täterspuren – Fürth im Nationalsozialismus
Mittwoch, 5. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

Nach 1945 blieben die meisten Täter*innen der Nazibarbarei unbehelligt. Viele wurden unter dem verharmlosenden Begriff des „Mitläufers“ entschuldet und rehabilitiert. Ihre Verbrechen wurden verschwiegen, Versuche, sie zur Verantwortung zu ziehen, als „Nestbeschmutzung“ diffamiert. So wurde über viele Jahre – oft bis heute – eine wirksame Auseinandersetzung mit der Hitler-Diktatur behindert. In einem Vortrag werden wir über Fürther Täter*innen informieren, deren Taten nach 1945 bagatellisiert oder verschwiegen wurden und die oft problemlos in Nachkriegsgesellschaft integriert wurden.
Referent: Siegfrieg Imholz, Historiker

Roma in Europa – eine Geschichte von Klischees & Vorurteilen
Freitag, 7. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

Seit über 500 Jahren leben verschiedene Romvölker in Europa und bilden mit rund 15 Mio. Angehörigen die grösste europäische Minderheit. Die Geschichte der Volksgruppe ist geprägt von Verfolgung und Ausgrenzung, die in dem Völkermord der Nationalsozialist*innen gipfelte. Eine nachkriegszeitliche Aufarbeitung der Geschichte und eine Anerkennung der Romvölker fand gar nicht bzw. nur zögerlich statt. Klischees und Vorurteile gegenüber der Minderheit sind nach wie vor bei großen Teilen der Bevölkerung tief verankert. Der Vortrag liefert einen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Volksgruppe und dekunstruiert gängige Ressentiments.
Referent: Peter Liszt ist Vorstandsmitglied der Roma Volkshochschule Burgenland, Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und engagiert sich seit seiner Jugend für die Anliegen der Volksgruppe

Stadtrundgang zur Arisierung in Fürth
Sonntag, 9. April 2017 | 14:00 Uhr | Kohlenmarkt

Unter der euphemistischen Bezeichnung „Arisierung“ begannen die Nazis 1938, nach Ausgrenzung und Diskriminierung der Jüd*innen, mit dem Raub ihres Eigentums. Es war größte Raub in der deutschen Geschichte und der Auftakt zum Massenmord. Allein in Fürth wurden 325 Grundstücke und Häuser und 190 Firmen, Praxen und Kanzleien gestohlen.
Über Opfer, Nutznießer*innen und Täter*innen dieses Verbrechens und sein Verschweigen nach 1945 wollen wir mit unserem Stadtrundgang am 9. April informieren.
Referent: Siegfried Imholz, Historiker

Gedenken an Benario & Goldmann
Mittwoch, 12. April 2017 | 18:00 Uhr | Uferpromenade Fürth

Alljährlich findet an den drei Birken das Gedenken an die Fürther Juden und Kommunisten Dr. Rudolf Benario und Ernst Goldmann statt, die sich hier an der Rednitz in einem Bootshaus des Kanuvereins trafen. Am 12. April 1933 wurden sie von den Nazis im KZ Dachau ermordet. Das Gedenken wird vom Infoladen Benario in Zusammenarbeit mit dem Fürther Bündnis gegen Rechts organisiert.

Ausstellung
Eröffnung im Anschluss ans Gedenken | Fanprojekt Fürth, Theresienstr. 17

Nach jahrelanger Lagerung im Archiv der KZ-Gedenkstätte Moringen, kommen die Zeichnungen der Kommunistin und Widerstandskämpferin Hedwig Regnart erstmals in ihre Heimatstadt Fürth.
Öffnungszeiten: 13., 14., 17., 18., 19. April 2017 | 17 – 20 Uhr
Samstag, 15. April 2017 | 11 – 14 Uhr
(Sonntag, 16. April geschlossen)


AfD stoppen!
Solidarität statt Rassismus & Spaltung

Header AfD

Das Phänomen Pegida trat erstmals in Zusammenhang mit den steigenden Zahlen hier ankommender Geflüchteter auf. Bundesweit ging die Gründung von immer mehr lokalen Ablegern mit einem massiven Anstieg von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte einher. Auch wenn die Pegida-Demonstrant*innen als „besorgte Bürger“ aus der Mitte der Gesellschaft dargestellt wurden und werden, bereitet diese angebliche Mitte den Boden für faschistische Ideologien – Ein Teil von ihnen schreitet selbst zur Tat, ein Teil applaudiert. Die AfD als parteiförmiger Auswuchs der zunehmenden rassistischen Hetze unterscheidet sich davon nur wenig und fördert zugleich eine immer menschenverachtendere Politik der bürgerlichen Parteien. Diese rücken immer weiter nach rechts, um ja den Anschluss an den rechten Rand der Gesellschaft nicht zu verlieren.

Die Rhetorik des Rassismus – Nah am Menschen und menschenverachtend
Doch gefährlich an Pegida, AfD und Konsorten ist nicht nur ihre Wirkung auf die Medien und die Politik, sondern die Themen, mit denen sie Anklang in der Bevölkerung finden. Ihre vermeintliche Kritik an der herrschenden Politik gibt sich stets einen sozialen Anstrich: Prekäre Arbeitsverhältnisse, schlechte Bildungschancen, ein verkommenes Gesundheitssystem, fehlender Wohnraum und die immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich – diese Themen sprechen nicht nur Rassist*innen an, es sind Probleme, mit denen wir alle zu kämpfen haben. Wenn man das Grundsatzprogramm der AfD aber näher betrachtet, wird schnell klar, dass die AfD lediglich ein weiterer Verfechter einer prokapitalistischen, marktradikalen Position ist. Der Staat soll sich zum Beispiel aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zurückziehen und so Erbschafts- und Vermögenssteuer abgeschafft, Regulierungen für die Wirtschaft aufgehoben, Arbeits- und Umweltschutzstandards gesenkt und Sozialleistungen gekürzt werden.

Sozial schreibt man nicht mit K wie Kapitalismus…
Kritik an dieser unsozialen Politik der AfD und der bürgerlichen Parteien ist bitter nötig. Sei es der Ausverkauf der kommunalen Sozialwohnungen, Energieversorger und Sozialeinrichtungen durch die Kommunen oder die Unterfinanzierung der Bildung bei gleichzeitiger Überfinanzierung des Militärs. Auch ein faschistoides Gesetz wie das bayrische Integrationsgesetz oder die zeitlich unbegrenzte Präventivhaft für sogenannte „Gefährder“ ist unserer Meinung nach letztendlich dazu da, um sich die Option offen zu halten, Protest und Widerstand weiter zu kriminalisieren.

Unsere Antwort heißt Solidarität
Nur gemeinsam können wir die Bedürfnisse der ganzen Gesellschaft feststellen und unsere Rechte erkämpfen. Um tatsächlich eine solidarische und gerechte Gesellschaft zu erreichen, müssen wir Grenzen überwinden, statt diese zu schaffen – Grenzen des Geschlechts, der Herkunft oder der Religion und die Grenze zwischen Arm und Reich. Eine wirkliche Veränderung braucht einen radikalen Ausbruch aus der Denkweise des größtmöglichen Profits. Denn eigentlich ist schon heute genug da, doch eine soziale und gleiche Verteilung ist nach dem kapitalistischen Prinzip schlicht nicht möglich. Unsere Antwort ist daher gleich – egal ob auf Rechtspopulismus, Rassismus, besorgtes Bürgertum, rechte Politiker*innen, Faschismus oder die sog. Mitte der Gesellschaft. Eine Politik der Ausgrenzung und Ausbeutung kommt für uns nicht in Frage!
Also lasst uns beginnen und gemeinsam den AFD-Parteitag in Köln verhindern!

Fight back! AfD stoppen! Internationale Solidarität statt rechte Hetze!
Auf die Straße gegen den Rassismus & die AfD

Action gegen die AfD

Proteste gegen Infostände der AfD
Samstag, 8. April 2017 | Fußgängerzone Fürth

Der lokale Kreisverband der AFD will in den Bundestags-Wahlkampf in der Fürther Fußgängerzone starten. Da sind wir natürlich nicht weit! Egal ob in den Parlamenten, auf der Straße oder sonst wo: wir werden uns Rassismus und unsozialer Politik immer entgegenstellen!
Achtet auf weitere Ankündigungen auf alf.blogsport.de

AfD – Geschichte, Inhalte, regionale Aktivitäten
Mittwoch, 19. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

„Alternative für Deutschland“ – ein neues Konzept?
Innerhalb von gerade einmal vier Jahren zog die Alternative für Deutschland (AfD) mit teils zweistelligen Ergebnissen in zehn Landesparlamente ein. Mit der Wahl in den deutschen Bundestag 2017 möchte sie endgültig zur erfolgreichsten Parteineugründung der Bundesrepublik werden. Zu ihrem Programm gehört neben der Hetze gegen Mirgant*innen und Geflüchtete, dem Kampf gegen die Rechte von Frauen und der Diskriminierung von Behinderten, Homosexuellen und Transgender, auch die Ausgrenzung von sozial Schwachen. Trotz ihrer neoliberalen Programmatik ist die Partei vor allem auch unter denjennigen erfolgreich die von marktradikalen Umbaumaßnahmen besonders betroffen sind.
Stefan Dietl analysiert anhand des Grundsatzprogramms der Partei die Ausrichtung der AfD und versucht außerdem den historischen und ideologische Wurzeln der AfD, Nationaliberalismus und
Rechtskonservatismus, auf dem Grund gehen.
Referent: Stefan Dietl

Überblick über die AfD in Franken – Von „Hitler-Bildchen“ über die Verharmlosung des deutschen Faschismus
Im Anschluss findet ein kurzer Vortrag über die wichtigsten Personen der mittelfränkischen AfD, deren Inhalte und deren Nähe zur extremen Rechten statt. Ein Schwerpunkt wird hier auf den Nürnberger Kreisverbände liegen.

Gemeinsam gegen den AfD Parteitag in Köln
Samstag, 22. April 2017 | Köln

Am 22./23.4. soll im Kölner Maritim-Hotel der nächste Bundesparteitag der AfD stattfinden. Dort werden die Weichen für den Bundestagswahlkampf der Rassist*innen im Herbst gestellt. Wir werden uns natürlich auch außerhalb der Region an den Protesten gegen rassistische Politik und Hetze beteiligen. Begleitet uns nach Köln! Zusammen mit der Revolutionär organisierten Jugendaktion (ROJA) und dem Antifaschistischen Aktionsbündnis (AAB) organisieren wir die gemeinsame Busfahrt. Bustickets gibt’s im Infoladen Benario, im Projekt 31 & im Stadtteilladen Schwarze Katze bei allen Veranstaltungen und zu den normalen Öffnungszeiten.
Mehr Infos im Internet auf der www.redside.tk & alf.blogsport.de

29. April: Ein Recht auf Stadt erkämpfen --- Rassismus angreifen

Warm-up Demo zum 1. Mai 2017
29. April 2017 | 16:00 | Kleine Freiheit. Fürth

Den Slogan „Recht auf Stadt“ wollen wir aufgreifen und auch in Fürth eine Diskussion über städtisches Leben und Wohnen anstoßen, die über das Bisherige hinaus geht. Mit der Demonstration wollen wir zeigen, dass auch Fürth keine heile Welt ist und Orte aufsuchen, die symbolisch für die wohnungs- und stadtpolitischen Missstände stehen: Aufwertungsprozesse finden auch in Fürth statt. In der Folge steigen die Mieten, gleichzeitig nimmt die Zahl von Strom- und Gassperrungen, Wohnungsräumungen und Obdachlosen zu. Die Stadt befeuert Aufwertungsprozesse mit Großprojekten (Ludwig Erhard Haus) und -veranstaltungen. Außerdem schafft sie die Rahmenbedingungen, die diese Entwicklungen ermöglichen. Rechte Gruppen und die AfD hetzen derweil gegen Geflüchtete und machen sie mitverantwortlich für die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Dem wollen wir eine antifaschistische und antikapitalistische Praxis entgegenstellen, die entschlossen und offensiv gegen rechte Hetze und Gewalt vorgeht – und gleichzeitig für eine Vergesellschaftung von Wohnraum und für ein Recht auf Stadt kämpft!

Warm-up Demo01

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18. Februar: Keinen Meter dem „III. Weg“!

Kein Fußbreit den Faschisten in Würzburg!
Sonntag, 18. Februar 2017 | 13.30 Uhr | Würzburg, Marktplatz

Aufruf der AJA Nürnberg: Für den 18. Februar mobilisiert die Nazipartei „Der III. Weg“ bundesweit zu einem „Gedenkmarsch“ nach Würzburg. Dieser soll anlässlich der Bombardierung Dresdens am 13.02.1945 in Zukunft jährlich stattfinden. Gewohnt widerlich versucht die Nachfolgeorganisation des verbotenen Freien Netz Süd (FNS) hierbei an den Opfermythos eines unschuldigen Nazi-Deutschlands anzuknüpfen. Sie propagieren dabei falsche Todeszahlen und verwenden den abscheulichen Begriff des „Bombenholocaust“. Dieser Geschichtsrevisionismus setzt die industrielle Tötung von sechs Millionen Menschen gleich mit Kriegshandlungen, die das Ziel hatten den deutschen Faschismus zu beenden. Genauso wie Dresden war auch Würzburg keine unschuldige Stadt.

Solche „Gedenkmärsche“ der Nazis kennen wir bereits beispielsweise aus Dresden und Magdeburg. In Dresden versammelten sich früher zu diesem Anlass bis zu 5.000 Nazis. Dass dem nicht mehr so ist, ist auf andauerndes antifaschistisches und radikales Engagement und Blockaden zurückzuführen. Wir dürfen nicht zulassen, dass der diesjährige Aufmarsch für die Nazis zum Erfolg wird. Denn der „III. Weg“ ist brandgefährlich. Sie beziehen sich ideologisch direkt auf den historischen Nationalsozialismus. Antisemitismus und Rassismus sind zentral für ihre Hetze. Gerade jetzt wo rechten Stammtischparolen täglich Taten folgen, dürfen wir den Nazis keinen Raum für eine Machtdemonstration geben.

Die AJA Nürnberg ruft zu Zugtreffpunkten aus der Region auf, um gemeinsam nach Würzburg zu fahren
11.30 Uhr: Nürnberg Hbf, Mittelhalle
10.45 Uhr: Erlangen Hbf

Weitere Infos:
AJA Nürnberg
Würzburg lebt Respekt – Kein Platz für Rassismus

Am 10. Februar: Gemeinsam gegen Pegida – Gemeinsam für eine offene Gesellschaft

Wir schließen uns dem Aufruf des Fürther Bündnis gegen Rechts an und rufen für Freitag zu Protesten gegen Pegida in Fürth auf!
Freitag, 10. Februar | 18.30 Uhr | Fürth, Rathaus | Kundgebung gegen den rassistischen Pegida-Aufmarsch

Im Anschluss unter anderem: Veranstaltung und Diskussion zur NATO-Sicherheitskonferenz in München im Infoladen Benario

Internationale Solidarität statt Nationalismus!

Am 10.02. wird es wieder mitten in Fürth einen Pegida Aufmarsch geben. Durch die Politik von US-Präsident Trump, fühlen sich die Rassisten auch hier im Aufwind. Jeden Tag aufs Neue macht dieser deutlich, dass es sich bei seinem rassistischen und chauvinistischen Wahlkampf nicht um leere Ankündigungen gehandelt hat. Dort gibt es nun immer neue rassistische Dekrete, wie die Mauer zwischen USA und Mexiko um die Einreise von lateinamerikanischen Migranten zu verhindern oder das Einreiseverbot für Muslime aus sieben Ländern. Von hiesigen Neonazis und Rassisten gibt es dafür Applaus.

Diese Dekrete werden von regierenden Politikern aus Europa und Deutschland zurecht als rassistisch kritisiert. Solange die gleichen Politiker jedoch anstatt die Fluchtursachen zu bekämpfen, die EU immer weiter zur Festung Europa ausbauen und viele europäische Staaten – auch Deutschland – ihr Asylrecht fast zur Unkenntlichkeit verstümmeln ist diese Kritik scheinheilig. Für Flüchtlinge die hier Schutz vor Verfolgung suchen, sind die europäischen Außengrenzen kaum mehr zu überwinden. Das Mittelmeer ist hier die „natürliche“ Mauer und gleichzeitig ein Massengrab geworden. Über 5.000 Menschen sind im vergangenen Jahr bei dem Versuch ums Leben gekommen, über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen. Ein gesetzliches Einreiseverbot wie in den USA braucht es gar nicht – das ist hier in der Realität schon längst vorhanden.

Ist dies schon schlimm genug, finden parallel seit einigen Wochen Abschiebungen von Flüchtlingen nach Afghanistan statt. Ungeachtet dessen, dass sich in dem Land täglich militärische Auseinandersetzungen und Bombenanschläge auf Zivilisten mit mehreren Toten ereignen, erklärte die Bundesregierung einige Regionen Afghanistans als sicher. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verteidigt diese todbringende Entscheidung mit den zynischen Worten: „Wir muten unseren eigenen Soldaten zu, dort im Einsatz zu sein, dann ist es auch zumutbar, dass Menschen in ihre Heimat dorthin zurückkehren.“

Dies alles sind für uns gute Gründe nicht nur auf den Rassismus in den USA zu schimpfen, sondern hier vor Ort gegen rassistische Gesetze, Abschiebepraktiken und einen gesellschaftlichen Rechtsruck aktiv zu werden. Am 10. Februar wollen wir gegen einen erneuten Aufmarsch der Rassisten von Pegida in Fürth demonstrieren. Wir wollen keine Ausgrenzung von Minderheiten, Flüchtlingen und Andersdenkenden. Wir wollen dieser menschenverachtenden Propaganda in Fürth keinen Platz geben. Gemeinsam mit Geflüchteten wollen wir ein Zeichen gegen die Abschottung unsere Gesellschaft und die quasi-Abschaffung des Asylrechts setzen. Wir halten der zunehmenden nationalistischen Stimmung unsere internationale Solidarität entgegen. Diese kann keine Frage der Hautfarbe, Sexualität oder des Geschlechts sein! „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Dieses Grundrecht gilt es zu verteidigen!

Und danach:
Ab 19.30 Uhr Königstr. vor dem Eine-Welt-Laden: Begegnungscafe/Kundgebung
Ab 20.00 Uhr im Infoladen Benario: Veranstaltung zu den Protesten gegen die Münchner Sicherheitskonferenz

Veranstaltung: Schweden zwischen „Wohlfahrtsstaat“ und der kapitalistischen Verelendung in der Gegenwart

Veranstaltung & Diskussion
Freitag, 03. Februar 2017 – 20:00 – Infoladen Benario, Nürnberger Str. 82, 90763 Fürth

Antifa SchwedenSchweden gilt auch heutzutage oft als ein fortschrittliches und tolerantes Land mit hohen Lebensstandards, sozialer Sicherheit und einem starken Wohlfahrtsstaat. Mag dies in den 60er und 70er Jahren gestimmt haben, so hat sich die Situation weiter Teile der Bevölkerung in Schweden drastisch verändert. Sozialer Kahlschlag und die Verschlechterung im Gesundheits- und Bildungssystem sind spürbar im kapitalistischen Alltag. Reaktionäre Kräfte nutzen die Verelendung der Menschen und breiten sich aus. Gleichzeitig sind linke Bewegungen gelähmt und scheinbar ohne Antworten. Trotzdem lohnt es sich die Geschichte der schwedischen Kämpfe für eine bessere Gesellschaft näher zu betrachten. Außerdem wird im Vortrag die aktuelle, politische Gemengelage näher beleuchtet.

DEZ09: Der Staat sieht rot: Kommunistenverfolgung und Rehabilitierung der Nazis in der Bundesrepublik

Veranstaltung und Diskussion mit Siegfried Imholz | 09. Dezember 2016, 20:00 Uhr | Infoladen Benario, Nürnberger Str. 82, 90763 Fürth

KPDVerbotVor 60 Jahren, am 17. August 1956 wurde die Kommunistische Partei Deutschlands verboten. Das war der vorläufige Höhepunkt der schon seit 1946 wieder einsetzenden Verfolgung der Kommunisten in der Bundesrepublik. Von 1951 bis 1968 wurden 125 000 Ermittlungsverfahren gegen Kommunisten eingeleitet, über 7 000 zu Haftstrafen verurteilt und 80 Organisationen verboten, die als von der KPD gelenkt galten. „Die Zahl der zwischen 1951 und 1968 gefällten Urteile gegen Kommunisten lag fast siebenmal so hoch wie die gegen NS-Täter – obwohl die Nazis Millionen Menschen ermordet hatten“ (Jan Korte, Die Linke im Bundestag am 11.11.2010). Das Verbot der KPD war ein wirksames Mittel, die „einzige politische Gruppierung von Relevanz mundtot zu machen, die […] aus der NS-Belastung eines Beamten oder Richters dessen mangelnde Eignung ableitete“ (Domenik Rigoll 2013). Bereits 1951 verkündete die niedersächsische Landtagsabgeordnete Maria Meyer-Sevenich (SPD) den gemeinsamen Nenner der „Nachkriegsdemokraten“ von CDU, SPD und FDP: „Die Entnazifizierung ist nichts anderes als ein Mittel zur Bolschewisierung des westdeutschen Raumes.“
Mit diesem Verbot wurden Antikommunismus und Totalitarismustheorie zur rechtlich normierten Staatsdoktrin der Bundesrepublik. Mit einem simplen Rot = Braun wurde mit dem vernichteten Braun auch Rot, das diesen Untergang maßgeblich herbeigeführt hatte, als ein verbrecherisches Unternehmen entsorgt. Die Bundesrepublik wurde ideologisch und materiell – mit einem erheblichen Bestand hochbelasteter Nazis auf allen politischen Ebenen – zum antikommunistischen Vorposten gegen die Sowjet-Union hochgerüstet. Sie konnte damit das wichtigste Requisit, den Antikommunismus, aus der braunen Vergangenheit in einen scheinbaren Neuanfang hinüber retten und die Feindschaft gegen Rot an ein und demselben Nagel mit der erzwungene Distanzierung von Braun zu hängen. Bis heute sind die Wirkungen sichtbar: Sie reichen von der Verharmlosung der Naziherrschaft und die unzureichenden Aufklärung über deren Ursachen, die Vertuschung von NSU-Verbrechen bis zur Diffamierung aller, die eine gerechtere Gesellschaftsordnung fordern.

NOV18: Von wegen sicher. Das Konzept der “sicheren Herkunftsstaaten” in der Kritik

Zur Menschenrechtssituation in den vermeintlich sicheren Herkunftsstaaten auf dem Balkan
Diskussion/Vortrag | Freitag, 18. November | 19.00 Uhr | Nachbarschaftshaus Gostenhof, Nürnberg

Foto

Nachdem Bundestag und Bundesrat die Länder des Balkans zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt haben, werden nicht nur AsylbewerberInnen aus diesen Ländern, viele von ihnen Roma, als AntragstellerInnen zweiter
Klasse behandelt. Die Asylverfahren sind verkürzt, die Anträge werden zu fast 100 Prozent abgelehnt, sie werden in speziellen Lagern (Manching & Bamberg) untergebracht, mit verschärfter Residenzpflicht und ohne
Taschengeld. Gleichzeitig hat diese Regelung dramatische Folgen für über 20.000 Roma, die infolge des Kosovokonflikts 1999 nach Deutschland geflohen sind und seitdem mit einem Duldungsstatus in Deutschland leben. Abschiebungen nehmen in den vergangenen Monaten dramatisch zu.

Die Abgeschobenen erwartet im Kosovo oder Serbien eine Lebensrealität, die von massiver Ausgrenzung und Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen geprägt ist. Nicht ohne Grund versuchen viele Roma dieser Marginalisierung durch Migration zu entkommen.

Tamara Bakovic-Jadzic (Medienportal Masina, Forum Roma Srbije/Levi Samit Srbije) wird über die Perspektive aus der Balkanregion bzw. Serbien und der Situation von Roma dort berichten. Nadia Wehrle (Madhouse München) spricht über die Solidaritätsarbeit mit geflüchteten Sinti und Roma Bayern und über ihre Eindrücke einer Reise auf den Balkan in den verganganenen Wochen.

NOV25: Rechts der CSU ist nur die Wand – Stoppt das Ausgrenzungsgesetz

fight racismDie CSU hat den Vorschlag für ein bayerisches Integrationsgesetz in den Bayerischen Landtag eingebracht. Das Gesetz soll alle in Bayern lebenden Menschen der sogenannten „deutschen Leitkultur“ verpflichten. Zusätzlich enthält der Gesetzesentwurf neue rassistischen Sonderverordnungen, Passagen die an die Rassenlehre erinnern und einen Ausbau von Repressionsinstrumenten. Im Vortrag geht es um den Inhalt des Gesetzes, die Folgen für uns Alle sowie um die politischen Hintergründe. Weiter wollen wir auf das im August diesen Jahres stattgefundene „Solidarity 4 All“-Camp zurückblicken. Außerdem möchten wir mit euch diskutieren, wie wir gemeinsam das Gesetz stoppen und Widerstand gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck organisieren können.

Freitag, 25. November | 19.00 Uhr | Infoladen Benario (Nürnbergerstr. 82, Fürth)

NOV30: Rückkehr nach Reims. Klasse, Scham und die Linken.

FotoKaum ein Buch hat in diesem Jahr so viel Aufmerksamkeit erregt wie Didier Eribons «Rückkehr nach Reims». Angesichts der Wahlerfolge rechtspopulistischer Partien in vielen Ländern Europas trifft es den Nerv der Zeit: Warum wählen gerade die «Abgehängten», oft ehemals linke Stammwähler*innen, die Rechten? Eribons These ist schmerzlich: Die Linke habe sich abgewendet von der Klassenfrage und von den Arbeiter*innen selbst – und damit den Aufstieg der Rechten möglich gemacht.Diese Entfremdung zeichnet Eribon in der eigenen Biographie nach: Bildungsaufstieg und schwule Emanzipation waren ihm nur durch die Verleugnung seiner Klassenherkunft möglich. Er lenkt dabei den Blick auf die Wirkmächtigkeit sozialer Scham und die Widersprüche der Selbstbehauptung.

Die Veranstaltung wird im LIVESTREAM übertragen.
Mittwoch, 30. November | 19.00 Uhr | Infoladen Benario (Nürnbergerstr. 82, Fürth)

„Pegida“ in Fürth – Nein Danke! – Proteste nur am Mittwoch

NoPegida Die rassistische „Pegida-Bewegung“ trat in den letzten Monaten mehrmals in Fürth auf. Zuletzt mussten sogar Martinsumzüge der Kindergärten abgesagt werden, um den Rassisten die Straßen zu überlassen. Am 21.12. plant Pegida erneut einen öffentlichen Auftritt in Fürth.
Aber auch am 21.12.2016 gilt: Keinen Fußbreit den Faschisten und Rassisten!

Wie die Erfahrung – durchwegs an jedem Ort – gezeigt hat, verstecken sich hinter all diesen sogenannten „Pegidas“ i.d.R. Neonazis und Rassisten, die lediglich vorgeben, die Interessen und Nöte der „kleinen“ Leute zu vertreten.
In Wahrheit nutzen sie bewusst Ängste und Nöte von Teilen der Bevölkerung aus. Den rechten Anführern geht es einzig und allein darum, Menschen gegen Flüchtlinge aufzuhetzen. Dabei ist ihnen jede Lüge recht, um Menschen gegen Menschen und Arme gegen noch Ärmere aufzuhetzen.
Neonazis versuchen deshalb unter dem Deckmantel „Pegida“ Rassismus und Völkerhass zu schüren – so auch in Fürth.
Die Neonazis und Rassisten wollen uns in „Deutsche“ und „Nichtdeutsche“ spalten. Da nicht wenige aus der gesellschaftlichen Mitte es kaum erwarten können, auf diesen Zug aufzuspringen, vor allem wenn es um Stimmen bei Wahlen geht fühlen sich solche Rassisten mehr denn je ermutigt, ihrem Hass – nicht nur in Worten – freien Lauf zu lassen. Dagegen sind wir! Dagegen wehren wir uns!

Daneben fordern wir die Stadt Fürth auf, den braunen Spuk zu verbieten oder zumindest bestmöglich zu beschränken.

Wegen einer Handvoll verblendeter Rassisten und Neonazis wurden in der Vergangenheit Straßen gesperrt und ganze Stadtteile lahmgelegt. Infolgedessen kamen Anwohner nur schwerlich zu ihren Wohnungen. Geschäfte und Lokale mussten mangels Kundschaft geschlossen werden. Auch damit muss Schluss sein!

Kommt zu den Protesten am 21.12.2016 um 15.00 Uhr vor das Fürther Rathaus!

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Die Pogromnacht in Fürth: Wir vergessen nicht!

Wann?
9. November 2016
18:00 Uhr

Wo?
Mahnmal an der Geleitsgasse

null Am 09. November findet im Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 die jähliche Kundgebung am Mahnmal in der Geleitsgasse statt. Mit Grußworten und Musik wollen wir an den Tag vor 78 Jahren erinnern, als antisemitischer Terror in ganz Deutschland zum Brand von Synagogen, Vertreibung und Vernichtung führte. Getrieben von antisemitischen Weltverschwörungstheorien brannte auch in Fürth die Synagoge in der Geleitsgasse, Jüdinnen und Juden wurden mit Gewalt auf der heutigen Fürther Freiheit festgehalten und anschließend teilweise in KZs deportiert. Der Nationalsozialismus verantwortete in den Folgejahren, getragen von weiten Teilen der Bevölkerung, millionenfachen Mord, Vernichtung und Krieg.
Wir nehmen den 09. November zum Anlass, diesen Verbrechen zu gedenken. Ein Blick in die deutsche Geschichte zeigt uns aber auch, dass Antisemitismus und Rassismus nicht 1945 aufhörten zu existieren. Bis heute fallen diese Ideologien auf fruchtbaren Boden und sind verantwortlich für Mord, Anschläge, Abschottung und Diskriminierung. Vor diesem Hintergrund ist der 09. November auch eine Mahnung und Handlungsaufforderung für heute und morgen: Nie wieder!

Im Anschluss
Lesung: „Drei Steine“

Wann?
09. November 2016
19:30 Uhr

Wo?
Café Samocca
Rudolf-Breitscheid-Straße 4

„Drei Steine“ erzählt die autobiografische Geschichte von Nils Oskamp, der in den achtziger Jahren in Dortmund-Dorstfeld Opfer rechter Gewalt wird: Als Schüler kämpft er um sein Überleben, ohne dabei selbst zum Täter zu werden. 
Die Neonazis, in deren Visier er als Jugendlicher geriet, waren von „Alten Kameraden“ geworben worden – und machen mit dem rechtsextremen Terror, den sie verbreiten, noch heute Schlagzeilen.

Neonazis und RassistInnen blockiert

Am vergangenen Wochenende wollten wieder einmal Nazis und RassistInnen durch Fürth marschieren. Für Freitag hatte PEGIDA Nürnberg erneut angekündigt einen ihrer „Spaziergänge“ durchführen zu wollen. Die neonazistische Kleinstpartei „Der III. Weg“ kam zudem auf die Idee am Samstag einen Demonstration auf der Hardhöhe anzumelden. Dass beide Vorhaben auf Protest stoßen würden, musste den Rechten klar gewesen sein, zeigen doch Aufmarschversuche, wie am 18. April 2015, dass antifaschistische Blockaden und Proteste erfolgreich waren und sind.

NoPegidaUnter diesen Vorzeichen versammelten sich denn am Freitag einige wenige RassistInnen um den Fürther Rassisten Gernot Tegetmeyer am Bahnhofsplatz. Nachdem eine Stunde lang gehetzt und diffamiert wurde, wollte sich der Zug auf den Weg seiner geplanten Demonstrationsroute machen. Für ein frühzeitiges Scheitern dieses Vorhabens sorgte schließlich eine Blockade von AntifaschistInnen, die sich den Rechten in den Weg gestellt hatten. Sichtlich erzürnt durch diesen Erfolg, verlor selbst Tegetmeyer an diesem Abend sein zuvor so oft beschworenes „Vertrauen in die Polizei“. Mit wem er auch weiterhin vertraut zu sein schein, zeigte sich am vergangenen Mittwoch: Nach der tödlichen Attacke des Reichsbürgers Wolfgang Plan auf Polizisten am Morgen, wurde bekannt, dass dieser in Kontakt PEGIDA-Co-Organisator Enriko Kowsky steht.
Während PEGIDA Nürnberg zahlenmäßig weiter schrumpft, zerbricht ihr Selbstbild der „besorgten Bürger“ immer weiter. Nicht nur die Teilnahme und inhaltliche Beteiligung von einschlägig bekannten Neonazis an Veranstaltungen, sondern auch der Kontakt zwischen führenden Organisatoren und rassistischen, gewaltbereiten Waffenbesitzern (Wolfgang Plan), lassen die rassistische Hetze von Tegetmeyer und Co. im richtigen Licht erscheinen – dem einer rassistischen und faschistischen Bewegung.

Auch die Proteste gegen den III. Weg am Samstag folgten dem Beispiel des Vorabends. Nachdem die Neonazipartei, die in direkter Nachfolge des verbotenen „Freies Netz Süd“ steht, lautstark und unversöhnlich auf der Hardhöhe empfangen wurde, sorgten zahlreiche Blockaden für erheblich Behinderungen und Umleitungen der Neonazis, die aus ganz Deutschland angereist waren. So war und ist beeindruckend, wie entschlossen AntifaschistInnen den Zug der Neonazis blockierten. Mit erheblicher Verspätung und Gegenwehr, geschützt durch bis zu 500 PolizistInnen, erreichte der III. Weg schließlich die Billinganlage, ehe er sich auf den Weg in die Schweiz, zu einem Konzert der rechtsterroristischen Organisation „Blood&Honour“ (in Deutschland verboten) machte.

Die Blockaden der Aufmärsche von PEGIDA und dem III. Weg zeigen einmal mehr, dass es Neonazis und RassistInnen nicht möglich ist, unbehelligt und reibungslos in Fürth aufzumarschieren. Von zentraler Wichtigkeit war dabei der zivile Ungehorsam der Blockierenden, der ein klares und entschlossenes Statement gegen Nazis und RassistInnen darstellt – auch für zukünftige Aktionen. PROPS an alle AntifaschistInnen und NazigegnerInnen, die dies möglich gemacht haben!

Drei Steine – eine mahnende Graphic Novell

NSU, freie Kameradschaften, Rassismus, nationaler Sozialismus,… Wörter die sich automatisch auftun, sobald man sich auch nur im Ansatz mit dem Thema Rechtsradikalismus befasst.

Scheint dieses Thema doch immer so fern in der Vergangenheit seinen Ursprung zu haben, reichen Taten und Übergriffe bis in unsere heutige Zeit hinein. Nicht erst seit PEGIDA und Co. werden wieder Schlagworte hervorgeholt, die an Parolen der Nazis in der Zeit bis 1945 erinnern.

Opfer rechts motivierter Übergriffe gibt es nicht erst seit dem Aufkommen der Flüchtlingsdebatte in den vergangenen zwei Jahren. Die Graphic Novel „Drei Steine“ geht zurück in die achtziger Jahre und erzählt biographisch aus der Perspektive des Autors Nils Oskamp, was es bedeutet ins Visier organisierter und gewalttätiger Nazis zu geraten.

Mit der Lesung laden wir dazu ein, sich mit dem Thema aus der Perspektive des Opfers auseinanderzusetzen. Der Autor Nils Oskamp wird persönlich vor Ort sein und seine Graphic Novel visuell und untermalt mit Musik präsentieren.
Nach der ca. 60 minütigen Lesung, wird es möglich sein, mit dem Autor persönlich ins Gespräch zu kommen.

WANN und WO:

09.November 2016, 19:30 Uhr im Samocca (Einlass ab 19:00 Uhr), Rudolf-Breitscheid-Straße 4, 90762 Fürth

08. und 09. November 2016, 11:000 Uhr/BIKUL Lindenhain, Kapellenstraße 47, 90762 Fürth, kostenlos und exklusiv für Schulklassen

Anmeldung für Schulklassen unter:
fanprojekt@kinderarcheggmbh.de