Ludwig Erhard 1933-1945

9. März | 19:30 Uhr | Kulturort Badstraße 8 | Eintritt frei



Bevor demnächst das Ludwig-Erhard-Zentrum in Fürth eröffnet wird, gegen dessen Eröffnung auch wir protestieren werden, findet nächste Woche im Kulturort Badstraße 8 eine interessante Veranstaltung zu der Rolle Ludwig Erhards während des Nationalsozialismus statt.

Prof. Dr. Gerlach beleuchtete erstmals in den 1990er Jahren Erhards politische wie berufliche Rolle während des Nationalsozialismus. Dazu analysierte er die von Erhard verfassten Texte als volkwirtschaftlicher Berater, die er im Auftrag der Deutschen Reichsregierung erstellte. Sein Arbeitsschwerpunkt: die Annexion im osteuropäischem Raum, u.a. in enger Zusammenarbeit mit dem SS-Gruppenführer Otto Ohlendorf, verantwortlich für die Ermordung von ca. 90.000 Menschen in den Ostgebieten. Erhard wurde als Berater in nahezu allen annektierten Gebieten tätig und erstellte Gutachten zum Aufbau der Wirtschaft. Dabei waren seine Vorschläge zur deutschen Expansionspolitik vergleichsweise pragmatisch. Im Gegensatz zur NS-Doktrin der sofortigen Vertreibung bzw. Ermordung der Bevölkerung schlug Erhard vor, die „rassistisch unterlegene“ Bevölkerung als „zunächst fortbestehende Notwendigkeit [zu sehen, um] sich der polnischen Elemente als Arbeitskräfte zu bedienen“. Prof. Gerlach präsentiert an diesem Abend seinen Forschungsstand, und steht anschließend zur Diskussion zur Verfügung.

Prof. Dr. Gerlach ist Buchautor und Historiker an der Universität Bern, u.a. mit dem Schwerpunkt NS-Wirtschaft- und Gewaltpolitik.

Veranstalter: Stadtratsfraktion B90/ Die Grünen (V.I.S.D.P), Die Linke Fürth, Fürther Bündnis gegen Rechts, Antifaschistische Linke Fürth (ALF), Fürther Sozialforum

Aktuelle Infos zu den Protesten gegen die Eröffnung des Ludwig-Erhard-Zentrum findet ihr hier oder auf unserer Facebookseite