Erinnern heißt Kämpfen // AfD stoppen!


Gedenken, Veranstaltungsreihe & Action
05.-22. April 2017

Erinnern heißt Kämpfen!
Antifaschistischen Widerstand damals und heute sichtbar machen

Header Gedenken

Vor 84 Jahren bekam die NSDAP unter Adolf Hitler die Macht übertragen. Kurz daraufhin wurde im März 1933 mit Dachau das erste Konzentrationslager eröffnet, das vor allem in den ersten Jahren zur Inhaftierung und Abschreckung politisch Andersdenkender, meist Kommunist*innen, galt. Unter den ersten Häftlingen befanden sich mit Rudolf Benario und Ernst Goldmann auch zwei Fürther. Die beiden stammten aus jüdischem Elternhaus und engagierten sich in der Kommunistischen Partei Deutschland (KPD). In Dachau waren sie allerdings nur kurze Zeit interniert, da sie bereits am 12. April 1933 zusammen mit Erwin und Arthur Kahn aus München bzw. Nürnberg erschossen wurden. Damit gehören die vier zu den ersten in einem Konzentrationslager ermordeten Juden. Doch bei weitem nicht zu den Letzten. In den Folgejahren wurden Kommunist*innen, Jüd*innen, Homosexuelle und alle anderen die nicht in das Weltbild der Nationalsozialist*innen passten systematisch verfolgt, misshandelt und ermordet. Weite Teile der deutschen Bevölkerung beteiligten sich dabei aktiv durch Denunzierung, Mitarbeit in den Konzentrationslagern oder passiv durch wegschauen.
Doch es gab auch Widerstand. Im Konzentrationslager Buchenwald organisierten sich die Inhaftierten und schützten ihre Mitgefangenen, indem sie sie versteckten. Dies schuf viel Chaos und Verwirrung bei der Lagerleitung. Außerdem gelang es Gefangen Waffen von der Wachmannschaft zu stehlen, die dann zur Selbstbefreiung des KZs genutzt wurden, sodass mit der Ankunft der Alliierten die Tore bereits offenstanden. Nach der Befreiung sammelten die Häftlinge sich am Appellplatz und leisteten einen Schwur, der für uns auch heute noch eine wichtige Bedeutung hat:

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Gut 72 Jahre später ist dieser Schwur für uns immer noch eine Maxime in deren Sinne wir agieren wollen. Deshalb sehen wir es als unerlässlich uns immer wieder konsequent gegen jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Faschismus zu stellen. Darum wollen wir in der Tradition von Antifaschist*innen wie Rudolf Benario, Ernst Goldmann und all den anderen, die ihr Leben riskiert und dabei oft auch gegeben haben, kämpfen. Egal ob gegen die rassistische Alternative für Deutschland, gegen die reaktionären Pegida oder die faschistische Kleinstpartei III. Weg.
Wir sagen Schulter an Schulter gegen Faschismus, denn erinnern heißt für uns auch kämpfen!

Veranstaltungsreihe im Rahmen des Gedenkens an Benario & Goldmann

Täterspuren – Fürth im Nationalsozialismus
Mittwoch, 5. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

Nach 1945 blieben die meisten Täter*innen der Nazibarbarei unbehelligt. Viele wurden unter dem verharmlosenden Begriff des „Mitläufers“ entschuldet und rehabilitiert. Ihre Verbrechen wurden verschwiegen, Versuche, sie zur Verantwortung zu ziehen, als „Nestbeschmutzung“ diffamiert. So wurde über viele Jahre – oft bis heute – eine wirksame Auseinandersetzung mit der Hitler-Diktatur behindert. In einem Vortrag werden wir über Fürther Täter*innen informieren, deren Taten nach 1945 bagatellisiert oder verschwiegen wurden und die oft problemlos in Nachkriegsgesellschaft integriert wurden.
Referent: Siegfrieg Imholz, Historiker

Roma in Europa – eine Geschichte von Klischees & Vorurteilen
Freitag, 7. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

Seit über 500 Jahren leben verschiedene Romvölker in Europa und bilden mit rund 15 Mio. Angehörigen die grösste europäische Minderheit. Die Geschichte der Volksgruppe ist geprägt von Verfolgung und Ausgrenzung, die in dem Völkermord der Nationalsozialist*innen gipfelte. Eine nachkriegszeitliche Aufarbeitung der Geschichte und eine Anerkennung der Romvölker fand gar nicht bzw. nur zögerlich statt. Klischees und Vorurteile gegenüber der Minderheit sind nach wie vor bei großen Teilen der Bevölkerung tief verankert. Der Vortrag liefert einen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Volksgruppe und dekunstruiert gängige Ressentiments.
Referent: Peter Liszt ist Vorstandsmitglied der Roma Volkshochschule Burgenland, Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und engagiert sich seit seiner Jugend für die Anliegen der Volksgruppe

Stadtrundgang zur Arisierung in Fürth
Sonntag, 9. April 2017 | 14:00 Uhr | Kohlenmarkt

Unter der euphemistischen Bezeichnung „Arisierung“ begannen die Nazis 1938, nach Ausgrenzung und Diskriminierung der Jüd*innen, mit dem Raub ihres Eigentums. Es war größte Raub in der deutschen Geschichte und der Auftakt zum Massenmord. Allein in Fürth wurden 325 Grundstücke und Häuser und 190 Firmen, Praxen und Kanzleien gestohlen.
Über Opfer, Nutznießer*innen und Täter*innen dieses Verbrechens und sein Verschweigen nach 1945 wollen wir mit unserem Stadtrundgang am 9. April informieren.
Referent: Siegfried Imholz, Historiker

Gedenken an Benario & Goldmann
Mittwoch, 12. April 2017 | 18:00 Uhr | Uferpromenade Fürth

Alljährlich findet an den drei Birken das Gedenken an die Fürther Juden und Kommunisten Dr. Rudolf Benario und Ernst Goldmann statt, die sich hier an der Rednitz in einem Bootshaus des Kanuvereins trafen. Am 12. April 1933 wurden sie von den Nazis im KZ Dachau ermordet. Das Gedenken wird vom Infoladen Benario in Zusammenarbeit mit dem Fürther Bündnis gegen Rechts organisiert.

Ausstellung
Eröffnung im Anschluss ans Gedenken | Fanprojekt Fürth, Theresienstr. 17

Nach jahrelanger Lagerung im Archiv der KZ-Gedenkstätte Moringen, kommen die Zeichnungen der Kommunistin und Widerstandskämpferin Hedwig Regnart erstmals in ihre Heimatstadt Fürth.
Öffnungszeiten: 13., 14., 17., 18., 19. April 2017 | 17 – 20 Uhr
Samstag, 15. April 2017 | 11 – 14 Uhr
(Sonntag, 16. April geschlossen)


AfD stoppen!
Solidarität statt Rassismus & Spaltung

Header AfD

Das Phänomen Pegida trat erstmals in Zusammenhang mit den steigenden Zahlen hier ankommender Geflüchteter auf. Bundesweit ging die Gründung von immer mehr lokalen Ablegern mit einem massiven Anstieg von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte einher. Auch wenn die Pegida-Demonstrant*innen als „besorgte Bürger“ aus der Mitte der Gesellschaft dargestellt wurden und werden, bereitet diese angebliche Mitte den Boden für faschistische Ideologien – Ein Teil von ihnen schreitet selbst zur Tat, ein Teil applaudiert. Die AfD als parteiförmiger Auswuchs der zunehmenden rassistischen Hetze unterscheidet sich davon nur wenig und fördert zugleich eine immer menschenverachtendere Politik der bürgerlichen Parteien. Diese rücken immer weiter nach rechts, um ja den Anschluss an den rechten Rand der Gesellschaft nicht zu verlieren.

Die Rhetorik des Rassismus – Nah am Menschen und menschenverachtend
Doch gefährlich an Pegida, AfD und Konsorten ist nicht nur ihre Wirkung auf die Medien und die Politik, sondern die Themen, mit denen sie Anklang in der Bevölkerung finden. Ihre vermeintliche Kritik an der herrschenden Politik gibt sich stets einen sozialen Anstrich: Prekäre Arbeitsverhältnisse, schlechte Bildungschancen, ein verkommenes Gesundheitssystem, fehlender Wohnraum und die immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich – diese Themen sprechen nicht nur Rassist*innen an, es sind Probleme, mit denen wir alle zu kämpfen haben. Wenn man das Grundsatzprogramm der AfD aber näher betrachtet, wird schnell klar, dass die AfD lediglich ein weiterer Verfechter einer prokapitalistischen, marktradikalen Position ist. Der Staat soll sich zum Beispiel aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zurückziehen und so Erbschafts- und Vermögenssteuer abgeschafft, Regulierungen für die Wirtschaft aufgehoben, Arbeits- und Umweltschutzstandards gesenkt und Sozialleistungen gekürzt werden.

Sozial schreibt man nicht mit K wie Kapitalismus…
Kritik an dieser unsozialen Politik der AfD und der bürgerlichen Parteien ist bitter nötig. Sei es der Ausverkauf der kommunalen Sozialwohnungen, Energieversorger und Sozialeinrichtungen durch die Kommunen oder die Unterfinanzierung der Bildung bei gleichzeitiger Überfinanzierung des Militärs. Auch ein faschistoides Gesetz wie das bayrische Integrationsgesetz oder die zeitlich unbegrenzte Präventivhaft für sogenannte „Gefährder“ ist unserer Meinung nach letztendlich dazu da, um sich die Option offen zu halten, Protest und Widerstand weiter zu kriminalisieren.

Unsere Antwort heißt Solidarität
Nur gemeinsam können wir die Bedürfnisse der ganzen Gesellschaft feststellen und unsere Rechte erkämpfen. Um tatsächlich eine solidarische und gerechte Gesellschaft zu erreichen, müssen wir Grenzen überwinden, statt diese zu schaffen – Grenzen des Geschlechts, der Herkunft oder der Religion und die Grenze zwischen Arm und Reich. Eine wirkliche Veränderung braucht einen radikalen Ausbruch aus der Denkweise des größtmöglichen Profits. Denn eigentlich ist schon heute genug da, doch eine soziale und gleiche Verteilung ist nach dem kapitalistischen Prinzip schlicht nicht möglich. Unsere Antwort ist daher gleich – egal ob auf Rechtspopulismus, Rassismus, besorgtes Bürgertum, rechte Politiker*innen, Faschismus oder die sog. Mitte der Gesellschaft. Eine Politik der Ausgrenzung und Ausbeutung kommt für uns nicht in Frage!
Also lasst uns beginnen und gemeinsam den AFD-Parteitag in Köln verhindern!

Fight back! AfD stoppen! Internationale Solidarität statt rechte Hetze!
Auf die Straße gegen den Rassismus & die AfD

Action gegen die AfD

Proteste gegen Infostände der AfD
Samstag, 8. April 2017 | Fußgängerzone Fürth

Der lokale Kreisverband der AFD will in den Bundestags-Wahlkampf in der Fürther Fußgängerzone starten. Da sind wir natürlich nicht weit! Egal ob in den Parlamenten, auf der Straße oder sonst wo: wir werden uns Rassismus und unsozialer Politik immer entgegenstellen!
Achtet auf weitere Ankündigungen auf alf.blogsport.de

AfD – Geschichte, Inhalte, regionale Aktivitäten
Mittwoch, 19. April 2017 | 19:30 Uhr | Infoladen Benario

„Alternative für Deutschland“ – ein neues Konzept?
Innerhalb von gerade einmal vier Jahren zog die Alternative für Deutschland (AfD) mit teils zweistelligen Ergebnissen in zehn Landesparlamente ein. Mit der Wahl in den deutschen Bundestag 2017 möchte sie endgültig zur erfolgreichsten Parteineugründung der Bundesrepublik werden. Zu ihrem Programm gehört neben der Hetze gegen Mirgant*innen und Geflüchtete, dem Kampf gegen die Rechte von Frauen und der Diskriminierung von Behinderten, Homosexuellen und Transgender, auch die Ausgrenzung von sozial Schwachen. Trotz ihrer neoliberalen Programmatik ist die Partei vor allem auch unter denjennigen erfolgreich die von marktradikalen Umbaumaßnahmen besonders betroffen sind.
Stefan Dietl analysiert anhand des Grundsatzprogramms der Partei die Ausrichtung der AfD und versucht außerdem den historischen und ideologische Wurzeln der AfD, Nationaliberalismus und
Rechtskonservatismus, auf dem Grund gehen.
Referent: Stefan Dietl

Überblick über die AfD in Franken – Von „Hitler-Bildchen“ über die Verharmlosung des deutschen Faschismus
Im Anschluss findet ein kurzer Vortrag über die wichtigsten Personen der mittelfränkischen AfD, deren Inhalte und deren Nähe zur extremen Rechten statt. Ein Schwerpunkt wird hier auf den Nürnberger Kreisverbände liegen.

Gemeinsam gegen den AfD Parteitag in Köln
Samstag, 22. April 2017 | Köln

Am 22./23.4. soll im Kölner Maritim-Hotel der nächste Bundesparteitag der AfD stattfinden. Dort werden die Weichen für den Bundestagswahlkampf der Rassist*innen im Herbst gestellt. Wir werden uns natürlich auch außerhalb der Region an den Protesten gegen rassistische Politik und Hetze beteiligen. Begleitet uns nach Köln! Zusammen mit der Revolutionär organisierten Jugendaktion (ROJA) und dem Antifaschistischen Aktionsbündnis (AAB) organisieren wir die gemeinsame Busfahrt. Bustickets gibt’s im Infoladen Benario, im Projekt 31 & im Stadtteilladen Schwarze Katze bei allen Veranstaltungen und zu den normalen Öffnungszeiten.
Mehr Infos im Internet auf der www.redside.tk & alf.blogsport.de