Veranstaltungsreihe: Krieg in Syrien, die Flucht und ihre Folgen

Viele Millionen Menschen sind momentan auf der Flucht. Etwa eine Million davon sind im vergangenen Jahr in Deutschland angekommen, ein paar Wenige davon auch in Fürth. Hinter den großen Zahlen stehen ebenso viele Einzelschicksale. Menschen deren Lebensgeschichten von Schrecken und Verlust zeugen und die doch den Blick nach vorne wenden, um weiter zu machen, um neu anzufangen.
Der Infoladen Benario und die Antifaschistische Linke Fürth setzen sich in vielen Bereichen für die Belange von Flüchtlingen ein, ganz allgemein aber auch von Mensch zu Mensch. Es sind dabei tra-gende Bekanntschaften entstanden aus denen gemeinsam diese Veranstaltungsreihe resultiert.
15. April | 20:00 Uhr | Mein Weg nach Deutschland – Mein Entgegenkommen
13. Mai | 20:00 Uhr | Frauen auf der Flucht

Alle Veranstaltungen finden im Infoladen Benario, Nürnberger Straße 82, 90762 Fürth (U-Bahn: Jakobinenstraße) statt.

09. März | 19:30 Uhr | Syrien wie ich es liebte
Wissam A. ist im Süden Syriens geboren und im Umland von Damaskus aufgewachsen. Hier hat er studiert, eine Familie gegründet und gearbeitet. Er möchte uns von einem Syrien vor dem Krieg berichten. Von einem Land das er liebt, von einer reichen Kultur, einer schönen Landschaft – von seiner Heimat. Aber auch wie sich das Leben der Menschen mit dem Krieg verändert hat. Er erzählt wie er, als interessierter und politisch aufmerksamer Mensch, die Zuspitzung der Konflikte erlebt hat und warum das was heute ist möglich wurde.

15. April | 20:00 Uhr | Mein Weg nach Deutschland – Mein Entgegenkommen
Eine Syrerin und ein Syrer, die im letzten Jahr nach Fürth gekommen sind, berichten von ihrer Flucht. Vom Abschied der Familie, von Ungewissheit und Hoffnung, zermürbender Anstrengung und Frustration – und schließlich von dem Gefühl es geschafft zu haben – angekommen! Und jetzt, das Bangen um die Familie, die Frage nach Perspektiven.
Elia ist Anfang 40. Er floh aus Syrien über den Libanon mit dem Flugzeug in die Türkei. Dort überquerten sie mit einem Gummiboot das Meer nach Griechenland. Schmuggler brachten sie von Mazedonien über Serbien nach Ungarn. Dort wurden 35 Personen in einer Reise von über 6 Stunden in einem LKW nach Österreich gebracht. Über 12 Stunden Fußmarsch, knapp 4 Wochen Flucht. Er selbst beschreibt die Fahrt über das Meer und von Serbien nach Österreich als härtesten Teil. Bei der Veranstaltung wird Elia noch mehr über seine „Reise“ erzählen.
M Y., eine der Frauen, die warten musste, die ihren Mann gehen hat lassen, ins Ungewisse, nur mit der Hoffnung im Gepäck, die Familie auf diese Weise zu retten. Ungewissheit auch für sie und die vier Kinder, wie wird die Lage sich entwickeln? Wie lange kann ich allein durchhalten? Was wenn er es nicht schafft? Und wenn, wie kann ich nachkommen? Sie wird berichten von den Frauen, deren Situation oft nur am Rande sichtbar wird. Auch die älteste Tochter wird berichten, wie es ist ohne Vater im Kriegsland, zwei Jahre die Schule nicht besuchen zu können, kaum das Haus zu verlassen und immer das Warten auf eine Nachricht.
Außerdem werden AktivistInnen vom Soliconvoi, die im Sommer zum Teil mehrmals an die europäische Außengrenze gefahren sind, über ihre praktische Unterstützung berichten, die sie an den Toren des Grenzregimes geleistet haben. In Ungarn und Kroatien wurden ihnen massive Steine in den Weg gelegt. Erst im Dezember waren sie auf Lesbos, organisierten dort Solidaritätscamps mit Flüchtlingen. Sie werden über ihre Arbeit, aber auch über die Zustände in anderen Ländern berichten.

13. Mai | 20:00 Uhr | Frauen auf der Flucht
Das Internationale Frauencafé berichtet von seiner Arbeit
Frauen fliehen aus unterschiedlichen Gründen: Sie fliehen vor Kriegen, Hunger, Armut, Elend, Klimakatastrophen, Diktaturen und aus frauenspezifischen Fluchtgründen wie Vergewaltigung, Gewalt in der Familie, Zwangsehe, Genitalverstümmelung, Verbot der sexuellen Selbstbestimmung.
Das Internationale Frauen bietet geflüchteten Frauen die Gelegenheit, andere Menschen und Orte kennen zu lernen, hilft bei alltäglichen Problemen, bietet einen Schutzraum oder Möglichkeiten etwas Neues zu lernen, Hilfestellung im Alltag zu geben und über die rechtliche Situation und das Asylverfahren zu informieren. Bei der Veranstaltung wird das Internationale Frauencafé unter anderem über Frauen auf der Flucht, die Besonderheiten und ihre Arbeit berichten.
Alle Veranstaltungen finden im Infoladen Benario, Nürnberger Straße 82, 90762 Fürth (U-Bahn: Jakobinenstraße) statt.

Freizügigkeit für alle Menschen – Abschottung und Abschiebungen sind tödlich – Refugees welcome!