Ein Wochenende im Zeichen des Frauenkampftags

Frauenkampftag

Freitag, 11. März: PEGIDA stoppen! 18:30, Prinzregentenufer.

Samstag, 12. März: Frauen weltweit kämpfen für ihre Befreiung – Freiheit und Gleichheit jetzt!
Demonstration: 14:00, Weißer Turm, Nürnberg.
Party: 20:00 für Frauen* und ab 23:00 auch für Männer.

Sonntag, 13. März: AfD-Demo stören! 14:00, U-Bahn Bärenschanze.

Am Wochenende des 11., 12. und 13. März wollen PEGIDA und AfD in Nürnberg aufmarschieren. Wir wollen dagegen ein Zeichen für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen setzen. Im Zeichen des 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, heißt das für uns auch, den RassistInnen und Neonazis entgegenzutreten.

In diesem Sinne, auf in ein aktionsreiches Wochenende: Unterdrückung von Frauen hat viele Gesichter! – Unser Widerstand auch!

Aufruf des 8. März-Bündnis Nürnberg:

8. März | Kundgebung | ab 16 Uhr | Weißer Turm | Nürnberg
12. März | Demonstration | 14 Uhr | Weißer Turm | Nürnberg

Frauen weltweit kämpfen für ihre Befreiung – Freiheit und Gleichheit jetzt!
Nein zum imperialistischen Krieg!
Der 8. März steht als internationaler Kampftag für rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, für sexuelle Selbstbestimmung und das Recht auf selbstbestimmtes Leben, frei von patriarchalen Rollenbildern, sexistischer Erniedrigung, Gewalt und Unterdrückung. 1910 rief die Kommunistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin dazu auf, jährlich einen internationalen Frauenkampftag durchzuführen. Weltweit gehen Millionen Frauen jedes Jahr auf die Straße im Kampf gegen Kapitalismus, Imperialismus und Patriarchat.

„Wir müssen Sorge tragen, dass der Frauentag nicht nur eine glänzende Demonstration für die politische Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts, sondern darüber hinaus der Ausdruck der Rebellion gegen den Kapitalismus, eine leidenschaftliche Kampfansage all den reaktionären Maßnahmen der Besitzenden und ihrer willfährigen Dienerschaft, der Regierung ist.“ (Clara Zetkin)

Frauenbefreiung heißt: Nein zum imperialistischen Krieg!

Weltweit leiden vor allem Frauen unter den Auswirkungen von Militarismus und Krieg. Die bewaffneten Konflikte in Syrien sind aber nicht aus dem Nichts entstanden, ebenso wenig wie die chaotischen Zustände in Somalia, Libyen oder Mali, sondern sind Alltag im Imperialismus. Al-Quaida, IS/Daesh und ähnliche reaktionäre und patriarchale Gruppen wurden als Mittel im imperialistischen Machtstreben aufgebaut und gestärkt. Irak, Afghanistan und Libyen wurden mit der Behauptung, den Menschen Frieden und Freiheit zu bringen, von den US und EU-Imperialisten angegriffen und besetzt. Die Situation für die Bevölkerung hat sich nicht verbessert. Als Grund für den Angriff auf die afghanische Bevölkerung wurde von der deutschen Regierung auch die Befreiung der Frau immer wieder genannt. Dass es der deutschen Politik darum nicht geht, zeigt sich an den durch die Regierung genehmigten Waffenexporten an patriarchale und reaktionäre Regime wie Saudi Arabien und Katar. In militärischen Konflikten wird Gewalt gegen Frauen immer schon als Waffe eingesetzt. In den Kriegen, die in Somalia und im Nahen Osten gerade stattfinden, werden tausende Frauen entführt, versklavt und vergewaltigt, tausende werden in diesen Gebieten vermisst. Aktuell treiben die imperialistischen Mächte mit ihrer Besatzungs- und Zerstörungspolitik weltweit immer weiter Millionen Menschen in die Flucht. Wer Fluchtursachen und die Unterdrückung von Frauen bekämpfen will, muss deshalb Nein zum imperialistischen Krieg sagen! Wir lassen uns nicht spalten. Gemeinsam gegen Sexismus und Rassismus!

Frauen müssen ihre Heimat wegen Kriegen, Terror, Armut oder Hunger verlassen.
Sie werden politisch oder ethnisch verfolgt. Sie fliehen vor patriarchaler Unterdrückung und sexualisierter Gewalt. Diese Flucht wird durch die Abschottungspolitik der EU immer schwieriger und führt für viele in den Tod. PolitikerInnen der EU-Staaten versuchen, die flüchtenden Menschen als Bedrohung darzustellen, um so Ängste zu schüren und die Bevölkerung zu spalten. Die Silvesternacht in Köln beispielsweise, in der zahlreiche Frauen gewalttätigen und sexistischen Angriffen ausgesetzt waren, wird benutzt um rassistisch zu hetzen und den gesellschaftlichen Rechtsruck voranzutreiben. Dass Frauen alltäglich Gewalt ausgesetzt sind, auch von „deutschen“ Männern, wird dabei verharmlost. Diese rassistische und frauenfeindliche Politik aus der bürgerlichen Mitte schürt die Stimmung, in der rassistische und faschistische Angriffe gegen Geflüchtete, ihre Unterkünfte und Lager und gegen „nicht europäisch“ aussehende Menschen tagtäglich zunehmen. Zusätzlich sind geflüchtete Frauen und Kinder, die in Sammellagern untergebracht sind, nicht vor sexistischen Übergriffen und Gewalt geschützt.

Armut ist weiblich.

In vergleichbaren Arbeitssituationen verdienen Frauen in Deutschland nach wie vor deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Jobs, die mehrheitlich von Frauen ausgeführt werden, sind fast immer schlechter bezahlt. Durch die Arbeitsmarktpolitik der Agenda 2010 wurden prekäre Arbeitsverhältnisse massiv ausgebaut und dadurch ein riesiger Niedriglohnsektor geschaffen. Vor allem Frauen sind davon betroffen, sie arbeiten viel häufiger in Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt. Ohne staatliche Unterstützung kommen etliche nicht aus. Die daraus resultierende Altersarmut ist bei vielen vorprogrammiert. Besonders geflüchtete Frauen sind von der sich zunehmend verschärfenden Ausbeutung durch Lohnarbeit betroffen. Migrantinnen haben oft keine andere Wahl als in schlecht bezahlten und häufig illegalen Beschäftigungsverhältnissen z.B. im Reinigungs- und Pflegebereich zu arbeiten.

Gewalt an Frauen hat viele Gesichter.

Ob körperlich, sexuell, psychisch oder strukturell – Gewalt wirkt vielfältig und bleibt oft unerkannt. Offene und subtile Formen des Sexismus untergraben das Selbstbewusstsein von Frauen. In Deutschland ist noch immer jede 4. Frau von häuslicher Gewalt betroffen, EU-weit ist es jede Dritte. Sexualstraftäter bekommen, wenn sie denn gerichtlich verurteilt werden, auch in Deutschland niedrigste Strafen. Andere Formen von Gewalt, wie die Zwangsprostitution, haben immens zugenommen und sind ein profitträchtiges Geschäft geworden. Alle Formen der Gewalt an Frauen sind immer verbunden mit der Denkweise, dass Frauen „weniger wert“ seien. Dieses Bewusstsein wird durch den bürgerlichen Staat und die heteronormative bürgerliche Familienordnung gefördert – denn von der Unterdrückung von Frauen profitiert der Kapitalismus. Der größte Teil der unbezahlten Reproduktionsarbeit, wie beispielsweise Kindererziehung und Haushalt wird von Frauen erledigt. Der Kapitalismus braucht diese Arbeit der Frauen in Familie und Gesellschaft, wertet sie aus diesem Grund ab und fördert dadurch Gewalt gegen und Unterdrückung von Frauen. Diese Abwertung funktioniert, weil wir in der patriarchalen Gesellschaft von klein auf in zwei entgegengesetzte Rollenbilder eingeteilt werden. Mann und Frau werden spezifische Eigenschaften zugeschrieben, die durch bestimmte Bilder beispielsweise in der Werbung und erlernte Verhaltensmuster von Geburt an in unsere Köpfe gepresst werden. Diese Einordnung setzt sich später im bürgerlichen Familienmodell fort, in dem ein Mann und eine Frau zusammenleben und die Rolleneinteilung weiter transportieren. Für Geschlechter, die sich zwischen diesen beiden Rollen befinden ist dabei ebenso wenig Platz wie für nicht heterosexuelle Orientierungen.

Frauen die kämpfen sind Frauen die leben.

Weltweit kämpfen Frauen für ihre Befreiung. Beispielsweise in Indien, in der Türkei oder Spanien gehen sie auf die Straßen gegen Gewalt an Frauen. In Bangladesh und Kambodscha kämpfen Textilarbeiterinnen seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. LGTB* kämpfen in vielen Ländern der Welt trotz massiver Verfolgungen bis hin zu Ermordungen für ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Ein weiteres Beispiel für den Kampf um Befreiung sind die Frauen in Rojava. Die patriarchalen Verhältnisse im Nahen Osten, die sich durch einen seit Jahren andauernden Bürgerkrieg verschärft haben, zwingen Frauen in ein unsicheres Leben. Sie müssen für ihren eigenen Schutz sorgen und ihre Selbstverteidigung organisieren. Die Frauen in Rojava verteidigen sich nicht nur gegen den Daesh/IS, sondern organisieren sich, um für ihre Freiheit und Gleichheit zu kämpfen. Dabei sind sie nicht nur Teil des bewaffneten Kampfes in den Fraueneinheiten der YPJ, sondern sie übernehmen vermehrt Aufgaben in Politik und Gesellschaft. Sie sind organisiert in Frauenräten und kämpfen damit umfassend für ein selbstbestimmtes Leben jenseits von patriarchaler Unterdrückung.

*steht für: Lesben Schwule Bisexuelle und Transgender

Lasst uns den 8. März als internationalen Kampftag begreifen, unsere Kräfte vereinen und gemeinsam solidarisch kämpfen!

mehr Infos unter: frauenkampftagnbg.blogsport.de

Unterdrückung von Frauen hat viele Gesichter! – Unser Widerstand auch!

8. März-Bündnis Nürnberg:
Feminismus AG / Interventionistische Linke, Feministische Perspektiven, Yeni Kadin, Internationales Frauencafe, Medya Volkshaus, SKB – Bund Sozialistischer Frauen, MLPD – Marxistisch-Lenistische-Partei Deutschland, Frauenverband Courage, organisierte autonomie (OA), Revolutionär organisierte Jugendaktion (ROJA)