2.10.:Vokü, Vortrag & Film: Bilin Habebte

2. Oktober // Infoladen Benario // Vokü ab 18:30 // Film und Vortrag um 19:00 //
Vorführung des Filmes „Bilin Habebte“ (Original mit deutschen Untertiteln) über den Widerstand eines kleinen Dorfes gegen die israelische Besatzung. Einführung und anschließende Diskussion mit Ahmad Burnat, einem Aktivisten und Bewohner des Dorfes. Zudem gibt es einen Vortrag von Ahmad Burnat aus Bilin. Alles bei palästinensischer Vokü, mit Hummus, Makluba, und Zatar.

Bilin ist ein kleines Dorf, etwa 17 Kilometer westlich von Ramallah. Die meisten der 1800 Bewohner sind Bauern und Hirten. An sonnigen Tagen kann man über die Feigen und Olivenbäume bis ans Mittelmehr sehen. Würde man der Jaffastreet folgen wäre man in 20 Minuten dort. Doch seit 2000 ist diese Straße eine Sackgasse. 2005 wird zunächst ein Zaun, später eine mehrere Meter hohe Mauer, die mitten durch das Land von Bilin verläuft. Der „Security Fence“ der das Westjordanland von Israel trennt macht eine Schlaufe um die illegale israelische Siedlung von Modiin Ilit, und trennt die Bewohner Bilins von 60% ihres Ackerlandes.

Im selben Jahr beginnt Widerstand. Die Bewohner Bilins demonstrieren täglich, bald kommen internationale und israelische Aktivisten dazu. Das israelische Militär reagiert mit Festnahmen, nächtlichen Razzien, Gummigeschossen, scharfer Munition und Regen von Tränengas. Dennoch dauern die wöchentlichen Proteste an, bis heute. Jeden Freitag, nach der Demonstration lädt die Familie Burnat die israelischen Aktivisten zu einem gemeinsam Essen ein.

Bilin Habebte // Einer dieser israelischen Aktivisten, selbst ehemaliger Offizier, dreht schließlich einen Film über das Dorf. Der Vater der Familie Burnat wird eine der beiden Hauptfiguren. Shai Carmeli-Pollak schildert seine Sicht auf die Proteste, Schwerpunkt sind die Jahre 2005 bis 2007. Auch die in Bilin stationierten israelischen Soldaten und Offiziere kommen immer wieder zu Wort.

Ahmad Burnat // Der zweitjüngste Sohn der Familie Burnat. Als der Film „Bilin, Habibti“ entstand war er 11 Jahre. Im selben Jahr ging er das erste Mal auf eine Demonstration und wurde seitdem mehrfach inhaftiert und verletzt. Er ergänzt den Film um Berichte über die Entwicklung nach 2007 und berichtet aus seiner persönlichen Sicht von den Protesten, Alltag unter militärischer Besatzung und was es für ein Kind bedeutet neben der Mauer aufzuwachsen.