„Fette Mieten-Party“ gegen steigende Mieten auch in Fürth

AdelanteAm Sonntag, den 30.03.2014 versammelten sich ca. 35 AktivistInnen um gegen steigende Mieten und für bezahlbaren Wohnraum in Fürth und anderswo zu protestieren. Auf Initiative des Fürther Sozialforums und der Antifaschistischen Linken Fürth (ALF) trafen sich die AktivistInnen in der Nähe einer Musterwohnung der Baufirma P&P und gestalteten die Wohnungsbesichtigung kurzerhand in eine Party der „Fetten Mieten“ um.

In Anlehnung an ähnliche Aktionen in Paris, der Schweiz, Berlin oder Nürnberg machten sich etwa 35 AktivistInnen aus verschiedenen Spektren zu einer Wohnungsbesichtigung in der Fürther Südstadt auf, um ein Zeichen gegen die unsoziale Wohnungspolitik und die (von VermieterInnen und Wohnungsunternehmen zu verantwortenden) teuren und weiter steigenden Mieten zu setzen. Beim Objekt, dem sog. „City Central 4“, welches mit dem Motto „Wohnen statt pendeln“ angepriesen wird, handelte es sich um eine 2,5-Zimmer-Wohnung mit etwa 66 Quadratmetern und Durchgangszimmer, die für eine Kaltmiete von 699 Euro (ca. 850 Euro warm), also etwa 11 Euro/qm vermietet werden sollte – fast noch ein Schnäppchen bei der zuständigen „Baufirma P&P Gruppe Bayern“. Der durchschnittliche Mietpreis in Fürth liegt momentan bei 9,59 pro Quadratmeter, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den letzten Jahren. Hauseigentümer und Baufirmen wie P&P sind für diese Entwicklungen mitverantwortlich.
AdelanteGegen 14.45 Uhr begann die satirische Party im Haus mit Sekt und Musik, die Makler reagierten teilweise etwas verärgert, legte sich mit einigen Anwesenden an und drohten mehrmals mit der Polizei. Nach etwa 15 Minuten wurde die Aktion erfolgreich beendet. Mit Schildern auf denen „Raus mit dem Gesindel“ oder „Fette Mieten – Supergeil“, aber auch ernstzunehmende Sprüche wie „Keine Profite mit der Miete“ oder „Für bezahlbaren Wohnraum“ stand und mit Transparenten, die auf den Mietwahnsinn aufmerksam machten, forderten die AktivistInnen ein Ende der (scheinbar) unabdinglich steigenden Mieten, ein Ende von Zwangsräumungen, aber auch den Stopp der immer teuer werdenden Verkaufspreise der Objekte.

AdelanteMit dieser Fette-Mieten-Party wollen wir auf die stetig steigenden Mieten, die immer drastischer werdende Wohnungsnot und auf die Verdrängung von Erwerbslosen und GeringverdienerInnen aus den innerstädtischen Bereichen aufmerksam machen. Nicht nur sozialer Wohnraum muss geschaffen werden, auch bezahlbarer Wohnraum für alle muss endlich zur Verfügung gestellt werden. Vor allem weil die Stadt und die WohnungunternehmerInnen auf immer größeren Profit spekulieren, sind bezahlbare Wohnungen längst Mangelware.

Betrachtet man die Entwicklungen auf dem Wohnungs“markt“ in Fürth genauer so stechen einige Baufirmen als besonders „aktiv“ heraus. Sei es die Firma P&P, von der die besichtigte Wohnung zur Vermietung stand, oder die Schultheiss AG und Andere. Überall in Fürth wird gebaut und zum Großteil wird luxussaniert, ehemals bezahlbarer Wohnraum aufgewertet und Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben. In Fürth steigen laut dem aktuellen Mietspiegel, die Mieten im Durchschnitt um über 5%. Dabei sind insbesondere die bisher billigeren Wohnungen im Innenstadtraum betroffen. Es liegt an uns Wege aufzuzeigen, wie sich MieterInnen vor ungerechten Mietsteigerungen und wenig sozialer Umstrukturierung schützen können.

Solange es Fette Mieten gibt, werden wir auch weiter feiern!
Erstveröffentlichung: Indymedia.de